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Hans Reinhard Gottwald gewinnt beim Hippodice-Autorenwettbewerb
Ein Neuling macht das Rennen

Seit nun schon 22 Jahren ist der von der Jury „Spiel des Jahres“ geförderte Autorenwettbewerb des Hippodice Spieleclubs ein wichtiges Sprungbrett für Nachwuchsautoren. Eine Reihe heute renommierter Autoren ist über den Wettbewerb bekannt geworden, das gilt zum Beispiel für Stefan Dorra, Michael Schacht und Martin Schlegel. In die Siegerliste hat sich am 13. März 2010 mit Hans Reinhard Gottwald wieder einmal ein heute noch völlig unbekannter Autor aus Haan bei Düsseldorf eingetragen, dessen Name aber bald auf einer Spieleschachtel zu lesen sein wird.

In seinem Wüstenrennen „Camel Drive“ ging wahrlich die Post ab, die Begeisterung der Juroren war groß. Dabei hat der Autor im Grunde genommen nur das mechanische Pferderennen, das früher auf Jahrmärkten zu finden war, in ein Brettspiel umgesetzt. Der simple Trick in seiner Variation besteht hauptsächlich darin, dass nicht das erste Kamel das Rennen gewinnt, sondern das zweite.

 Camel 
			Drive

Die Juroren spielen "Camel Drive". Von links: Uwe Mölter (Amigo), Wieland Herold (Spiel des Jahres), Thorsten Gimmler (Schmidt), Moritz Brunnhofer (Hans im Glück), Peter Eggert (eggertspiele), André Bronswijk (Pegasus), Stefan Brück (alea)

 

Die Rennsteuerung läuft über identische Kartensätze, von denen ein Teil der allgemeinen Nutzung überlassen wird; weitere Karten dienen der Rennverzögerung und beim Rest geht es voran, solange nicht eine Null aufgedeckt wird. Alles gar nicht so besonders innovativ, aber die Mischung stimmt und ergibt überraschende und spannende Rennverläufe. Leicht und schnell gespielt, ist „Camel Drive“ ein ideales einfaches Familienspiel mit zusätzlichen weiteren Varianten.

Andreas Steding, wahrlich kein Neuling mehr, hat nach seiner letztjährigen Endrundenteilnahme mit „Hansa Teutonica“ erneut erfolgreich abgeschnitten. Mit seiner Vorliebe für historische Spiele widmet sich der Göttinger Autor in diesem Jahr den Staufern. Die Spieler begleiten Friedrich Barbarossa auf seinen Zügen durch das Heilige Römische Reich. Über Auktionen werden Ratssitze, Geld und Sonderkarten erworben, wobei gleichzeitig geheim Gebote für alle Versteigerungen festgelegt werden. Der Gewinn von Ratsmehrheiten und der kluge Sonderkarteneinsatz machen aus „Die Staufer“ ein vielschichtiges, gut vernetztes Spiel, das in der Liga der im letzten Jahr gewürdigten Idee des Autors mitspielen kann. Hinter „Camel Drive“ belegt Steding den zweiten Platz.

Staufer

"Die Staufer" von Andreas Steding

 

Unter den ausländischen Autoren des diesjährigen Wettbewerbs war der Amerikaner Yort Watson aus Clearwater in Florida besonders erfolgreich, er konnte mit „Midgard Marauders“ einen guten dritten Platz erreichen. Wikinger-Clans rangeln hier um Boote, Krieger, Waren und Schätze und warten ständig darauf, Monster besiegen zu dürfen.

Die Sonderpreise, die der Hippodice Spieleclub zusätzlich vergibt, gehen in diesem Jahr an das beste abendfüllende Spiel und erstmalig an das beste Zwei-Personen-Spiel. In der Qualität von Kris Burms abstrakten Strategiespielen hat Stefan Kiehl mit „Moeraki – Kemu“ den neuen Sonderpreis gewonnen. Sein raffiniertes Duell um Quadrat- oder Liniengewinn rund um einen Kieselstein überzeugte die Jury. Das über Aktionskarten gesteuerte Entwicklungsspiel „Altiplano“, in dem Ressourcengewinnung für Häuser- und Burgenbau eine wichtige Rolle spielt, erhält den „Sonderpreis abendfüllendes Spiel“ mit den damit verbundenen Veröffentlichungschancen für Louis und Stefan Malz.

Midgard Marauders

Die Juroren spielen „Midgard Marauders“. Von links: Thorsten Gimmler (Schmidt), Peter Eggert (eggertspiele), André Bronswijk (Pegasus), Walter Scholz (Zoch), Stefan Brück, (alea), Wieland Herold (Spiel des Jahres)

 

Frank Deutschendorf, der Erste Vorsitzende des Spieleclubs äußert sich zufrieden mit den diesjährigen Ergebnissen. „Über 170 Regeln sind eingereicht worden, 35 Spiele haben die Clubmitglieder ausgiebig getestet. Es war eine tolle Mischung aus komplexen und vielen einfachen, schnellen Spielen, ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, in dem nur sechs eher anspruchsvolle Ideen nominiert werden konnten.“ Wer 2011 den 23. Wettbewerb als Chance für seine Ideen nutzen möchte, der sollte bis zum 1. November 2010 möglichst auf elektronischem Wege maximal zwei Spielbeschreibungen beim Hippodice Spieleclub in Bochum einreichen.

Wieland Herold

Infos unter: www.hippodice.de

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