Spiel des Jahres e.V.
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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Die Auszeichnungen

Was ist „Spiel des Jahres“?
Wer gibt der Jury das Recht, die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ zu vergeben, was ja erhebliche wirtschaftliche Folgen hat?

Welchen Einfluss haben andere (Verlage, Autoren, Organisationen) auf die Arbeit der Jury?
Zeichnet die Jury mit dem Titel „Spiel des Jahres“ das „beste“ Spiel des Jahres aus?

Was ist „Spiel des Jahres“?
Ein Preis für Brett- und Kartenspiele im deutschsprachigen Raum, erstmals vergeben 1979. Berücksichtigt werden deutschsprachige Spiele des aktuellen Jahres und des Jahres davor. Seit 2001 gibt es auch den Preis „Kinderspiel des Jahres“, seit 2011 das "Kennerspiel des Jahres" als weitere, gleichberechtigte Hauptpreise. Die Auszeichnung der Preisträger ist mit keinerlei finanzieller Zuwendung verbunden. Die Preisträger dürfen mit dem Signet der Jury werben, dafür werden Lizenzgebühren fällig. Damit werden anfallende Ausgaben bestritten: „Spiel des Jahres“ arbeitet als e.V., die Geschäftsstelle sitzt in Düren.
Geschichte Spiel des Jahres

Wer gibt der Jury das Recht, die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ zu vergeben, was ja erhebliche wirtschaftliche Folgen hat?
Niemand. Es kann schon allein wegen der notwendigen Unabhängigkeit keine übergeordnete staatliche oder private Instanz geben, die eine Jury einsetzt und mit Kompetenz ausstattet. Sofern die Jury über Autorität beziehungsweise Glaubwürdigkeit verfügt, ergibt sich das aus ihrer langjährigen und anerkanntermaßen erfolgreichen Tätigkeit. Das Recht, Entscheidungen von großer Tragweite zu treffen, setzt also die anhaltende Kompetenz, Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit der Jury-Mitglieder voraus. Und abgesehen von all dem war es immerhin die Jury, die den Preis gegründet hat – sie hat sich das Recht also selbst geschaffen.

Welchen Einfluss haben andere (Verlage, Autoren, Organisationen) auf die Arbeit der Jury?
Keinen - die Jury entscheidet unabhängig von externen Einflüssen. Weil das seit mehr als 20 Jahren bekannt ist, gibt es solche Versuche auch gar nicht.

Zeichnet die Jury mit dem Titel „Spiel des Jahres“ das „beste“ Spiel des Jahres aus?
Nein - aus zwei Gründen. Zum einen ist die Qualität von Spielen über äußere Merkmale hinaus nicht objektiv messbar, was ja auch für andere Kulturprodukte wie Bücher oder Filme gilt. Die Wertung „bestes“ bliebe am Ende immer subjektiv. Zum anderen muss die Jury die Qualität stets im Hinblick auf die Zielgruppe beurteilen, also ein sehr heterogenes Publikum, das nur zu einem geringen Teil aus Spiele-Spezialisten besteht. Was Letztere auf Grund ihrer Erfahrung für hervorragend halten, würde Normalspieler eventuell überfordern, vom Spielen abhalten und damit der Idee des Spielens schaden.
Sinn und Zweck


Die Jury Spiel des Jahres

Wer ist die Jury „Spiel des Jahres“?
Wer wird in die Jury aufgenommen?
Wie oft und mit wem spielen Jury-Mitglieder?
Wie erreiche ich die Jury „Spiel des Jahres“?

Wer ist die Jury „Spiel des Jahres“?
Die Jury besteht aus Kritikerinnen und Kritikern aus dem deutschsprachigen Raum. Eine Sollzahl gibt es nicht, es gibt keinen Automatismus, dass bei Neuaufnahmen andere Juroren ausscheiden und umgekehrt. Die Mitglieder arbeiten als Journalisten und berichten über Spiele. Für „Spiel des Jahres“ sind sie ehrenamtlich tätig.
Die aktuellen Jurys

Wer wird in die Jury aufgenommen?
In die Jury werden Spielekritiker berufen, die für deutschsprachige Medien arbeiten - und die das schon so lange tun, dass ihre Kompetenz nachgewiesen ist. Die Mitglieder der Jury halten Ausschau nach solchen Kollegen oder Kolleginnen und entscheiden per Wahl über eine Aufnahme. Man kann sich nicht selbst bewerben. Wer selbst in irgendeiner Weise mit der Erfindung, Produktion oder Vermarktung von Spielen zu tun hat, kann nicht Jury-Mitglied werden oder bleiben.

Wie oft und mit wem spielen Jury-Mitglieder?
Jedes Mitglied hat eigene, mehr oder weniger große Kreise von Freunden, Bekannten oder Kollegen, die sich mehr oder weniger regelmäßig treffen. Genaue Zahlen zu nennen, ist unmöglich, weil jeder unterschiedlich von seinem Hauptberuf in Anspruch genommen wird und weil übers Jahr hinweg verschiedene Phasen auftreten - am intensivsten geht es in der Zeit zwischen Februar und Mai zu, wenn die meisten Spiele auf einmal veröffentlicht werden. Wichtig ist, mit verschiedenen Spieler-Charakteren zu spielen, mit Gelegenheits-Spielern wie mit „Freaks“, weil sich dabei unterschiedliche Seiten eines Spiels zeigen können. Und natürlich spielen die Jury und einzelne Mitglieder bei ihren Treffen auch miteinander.

Wie erreiche ich die Jury „Spiel des Jahres“?
Über unsere Geschäftsstelle. Diese gibt zu allen Fragen Auskunft.
Kontakt


Regeln und Entscheidungskriterien der Jury

Welche Termine gibt es bei „Spiel des Jahres“?
Senden die Verlage ihre Spiele ein wie bei einem Wettbewerb?

Gibt es eine Art „Einsendeschluss“?

Werden wirklich alle Neuerscheinungen berücksichtigt oder gibt es eine Vorauswahl?

Kann tatsächlich jedes Spiel den Hauptpreis bekommen?

Welche spielerischen Kriterien muss ein „Spiel des Jahres“ erfüllen?

Gibt es Entscheidungskriterien, die nichts mit den Spielen selbst zu tun haben?

Wie funktioniert das Wahlverfahren?

Setzt die Preisvergabe voraus, dass alle Mitglieder der Jury einer Meinung sind?

Warum begründet die Jury ihre Entscheidungen nicht?

Welche Termine gibt es bei „Spiel des Jahres“?
Die Preisträger für „Spiel des Jahres“, „Kinderspiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ werden alljährlich in der Regel Ende Juni bis Ende Juli bekannt gegeben. Die Nominierung der Kandidaten und die Bekanntgabe der Empfehlungsliste erfolgt in der Regel Ende Mai, nach der Klausurtagung der Jury. Um sich mit den Spielen ausreichend beschäftigen zu können, sollten die Neuheiten der Jury bis spätestens Anfang April des jeweiligen Jahres vorliegen.
Termine

Senden die Verlage ihre Spiele ein wie bei einem Wettbewerb?
Nein. Die Mitglieder der Jury bekommen in ihrer Eigenschaft als Spielekritiker - wie alle anderen auch - Rezensionsexemplare neuer Spiele oder fordern sie an. Nicht die Verlage entscheiden also, welche Spiele ins Auswahlverfahren kommen, sondern die Mitglieder der Jury selbst. Deshalb macht es auch keinen Sinn, ein Spiel an die Geschäftsstelle der Jury zu schicken. Hier werden die Spiele nicht beurteilt. Dies machen die im deutschsprachigen Raum lebenden Jurymitglieder. Spielehersteller können die Jurymitglieder direkt per Mail auf ihre Neuheiten hinweisen.

Gibt es eine Art „Einsendeschluss“?
Nein. Grundsätzlich können alle Spiele berücksichtigt werden, die jeweils aus dem aktuellen und dem Jahr zuvor stammen, sofern sie rechtzeitig veröffentlicht werden und im Handel erhältlich sind. „Rechtzeitig“ heißt: Sie müssen in einer endgültigen Fassung so früh vorliegen, dass sie im alljährlichen Auswahlverfahren gründlich unter die Lupe genommen werden können. Für eine Berücksichtigung während der Erstellung der Nominierungen und Empfehlungslisten Mitte / Ende Mai ist eine Stimmenmehrheit innerhalb der Jury notwendig. Mehr als die Hälfte der Jurymitglieder muss also für das Spiel votieren. Dies ist nur möglich, wenn vorher genügend Zeit war, sich in vielen Proberunden von der Qualität des Spieles zu überzeugen. Deshalb sichtet die Jury verlässlich alle bis Ende März eingehenden Spiele. Später eingehende Spiele können ebenfalls noch im laufenden Jahr berücksichtigt werden, dies ist aber nicht immer zu gewährleisten.

Werden wirklich alle Neuerscheinungen berücksichtigt oder gibt es eine Vorauswahl?
Sofern sie rechtzeitig eintreffen, werden alle Spiele berücksichtigt. Eine Vorauswahl findet nur insofern statt, als manche Spiele schon nach dem ersten oder zweiten Blick aus dem Rennen sind, weil sie zum Beispiel eine unbrauchbare Anleitung haben oder nur die soundsovielte Variante oder Erweiterung sind.

Kann tatsächlich jedes Spiel den Hauptpreis bekommen?
Ja - wenn die Qualität des Spiels im Hinblick auf die Zielgruppe des Preises stimmt, also „Familie und Gesellschaft“ in einem umfassenden Sinn.
Folgende formale Grundvoraussetzungen muss das Spiel allerdings erfüllen:
Die Regeln und alle weiteren für das Spiel relevanten Texte müssen in deutscher Sprache verfasst sein.
Das Spiel muss im aktuellen Jahr oder im Vorjahr erschienen sein. Nahezu unveränderte Neuauflagen oder Jubiläumsauflagen bereits bekannter Spiele scheiden aus.
Das Spiel muss zum Zeitpunkt der Bewertung im Mai im Einzelhandel erhältlich sein. Prototypen, Handmuster oder Kleinstauflagen bewertet die Jury nicht.
Es muss ein Vertrieb im deutschsprachigen Raum bestehen.
Das Spiel muss allein für sich spielbar sein. Bloße Erweiterungen werden nicht berücksichtigt.

Welche spielerischen Kriterien muss ein „Spiel des Jahres“ erfüllen?
Am Ende zählt immer der gesamte Eindruck, das Spielgefühl, das kaum zerlegt werden kann in einzelne, messbare Teile. Trotzdem gibt es Kriterien, die bei der Beurteilung eines Spiels helfen: Hat es eine neue Idee oder verknüpft es wenigstens vorhandene Elemente zu einem neuen Erlebnis? Wurde die Idee so umgesetzt, dass das Spiel fesseln kann? Wirkt es organisch und rund oder künstlich und konstruiert? Ist die Regel sinnvoll aufgebaut, übersichtlich, verständlich, ohne Lücken, Widersprüche und Fehler? Entspricht das Material seiner Funktion, ist es solide und haltbar? Spricht die Gestaltung an, sind Schachtel, Spielplan, Regel und Material aufeinander abgestimmt?

Gibt es Entscheidungskriterien, die nichts mit den Spielen selbst zu tun haben?
Grundsätzlich: nein. Die Jury beurteilt ausschließlich die Qualität der Spiele; dabei ist es egal, ob es sich um ein kleines Kartenspiel oder ein großes Brettspiel handelt, und es spielt auch keine Rolle, um welchen Verlag oder Autor es sich handelt oder wer in der Vergangenheit wann schon welche Preise bekommen hat. Höchstens im ausgesprochen seltenen Fall, dass es zwischen zwei gleichwertigen Spielen keine weiteren Unterscheidungsmerkmale mehr gibt, könnten weniger zentrale Fragen von Bedeutung sein - aber nicht im Sinne fester Regelungen, sondern bei den individuellen Erwägungen der Jury-Mitglieder. Erst und nur dann kann sich beispielsweise die Frage stellen, ob ein Verlag viermal auf der Empfehlungsliste vertreten sein soll und ein anderer überhaupt nicht.

Wie funktioniert das Wahlverfahren?
Es ist ein mehrstufiges Ausleseverfahren, bei dem die Gesamtzahl der in Frage kommenden Spiele bis auf jeweils drei Nominierungen für Spiel des Jahres, das Kinderspiel des Jahres und das Kennerspiel des Jahres reduziert wird. Auf jeder Stufe finden Abstimmungen statt, bei denen die Spiele unter den Mitgliedern der Jury eine Mehrheit finden müssen. Zwischen Anfang April und Mitte / Ende Mai intensivieren die Jurymitglieder ihren Austausch über mögliche Kandidaten für Empfehlungen und Nominierungen. Dies ist Grundlage für die Beschlüsse einer Klausurtagung Mitte / Ende Mai. Hier werden die Nominierungen und die Empfehlungslisten festgelegt. Die Preisträger selbst werden dann später unmittelbar vor der Bekanntgabe gewählt, die in der Regel im Juni oder Juli stattfindet.

Setzt die Preisvergabe voraus, dass alle Mitglieder der Jury einer Meinung sind?
Wenn das so wäre, gäbe es vermutlich überhaupt keinen Preis. Die Mitglieder der Jurys tragen grundsätzlich die gemeinsame Entscheidung, aber manche tragen naturgemäß eben etwas schwerer daran, weil sie persönlich eine andere getroffen hätten. Die Titel der Empfehlungsliste, die Nominierten und das „Spiel des Jahres“ sind Resultate von Wahlen nach ausführlichen Diskussionen; sie geben die Meinung der Mehrheit wieder, nicht zwangsläufig jedes Einzelnen. Anders kann es bei einem Verein auch gar nicht sein, der aus Mitgliedern mit individuellen Vorlieben und Abneigungen besteht.

Warum begründet die Jury ihre Entscheidungen nicht?
Im positiven Fall, wenn also Spiele ausgezeichnet werden, gibt es immer eine Begründung in der Form, dass die Vorzüge des jeweiligen Titels benannt werden, in allgemeiner Form auch im Text der mit dem Preis verbundenen Urkunde. Im negativen Fall wäre eine Veröffentlichung nicht zu praktizieren: Jedes einzelne Jury-Mitglied müsste zunächst bekannt geben, ob es gegen ein Spiel gestimmt hat, um seine Ablehnung dann zu begründen - was schon deshalb unmöglich ist, weil das individuelle Wahlverhalten im Hinblick auf die Unabhängigkeit nicht öffentlich werden soll. Die interne Diskussion ist vertraulich und muss es auch sein. Ausnahmen kann es nur geben, wenn ein Spiel wegen objektiver Sachverhalte nicht in Frage kommt - weil etwa die Regel unbrauchbar ist oder das Material den Praxistest nicht übersteht. Im Übrigen schreiben alle Jury-Mitglieder regelmäßig Spielekritiken und veröffentlichen darin ihre Meinung.


Einnahmen und Verwendung

Woher bezieht die Jury Einnahmen?
Wofür verwendet die Jury ihre Einnahmen?

Bekommen die Jury-Mitglieder Geld?

Woher bezieht die Jury Einnahmen?
Die Jury erzielt Einnahmen nur durch Lizenzgebühren, die für den werblichen Einsatz des vereinseigenen Logos erhoben wird. Wenn ein ausgezeichneter Verlag mit dem Titel „Spiel des Jahres“ werben will, darf er das gratis tun. Will er aber den „Spiel-des-Jahres“-Pöppel auf die Schachtel drucken, kostet das einen gewissen (sehr kleinen) Anteil des Hersteller-Abgabepreises. Für die Hauptpreise, die nominierten Spiele sowie Sonderpreise sind Nutzungsdauer und Höhe der Lizenzgebühren natürlich unterschiedlich geregelt.
Lizenzen

Wofür verwendet die Jury ihre Einnahmen?
Die Einnahmen dienen ausschließlich zur Finanzierung der Jury-Arbeit beziehungsweise der übergeordneten Aufgabe, das Spiel in Familie und Gesellschaft zu fördern. Sie werden für die Pressearbeit verwendet, für die Organisation von Messeauftritten und Preisverleihungen, für die Veröffentlichung von Büchern und Broschüren, für die Förderung von Nachwuchsautoren und für die Unterstützung von Projekten.

Bekommen die Jury-Mitglieder Geld?
Vorstandsmitglieder von Spiel des Jahres erhalten als Ausgleich für ihre Arbeitsbelastung eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 15 Euro pro Stunde. Mit derselben Summe werden Vereinsmitgliedern bestimmte Tätigkeiten vergütet, die über die normalen Mitgliedsaufgaben hinausgehen, zum Beispiel Sprechertätigkeiten oder die Redaktion der Homepage.
Die Jurytätigkeit als solche - also das Testen, Bewerten und Diskutieren von Spielen sowie die damit einhergehende Vereinsarbeit - wird von allen Mitgliedern ehrenamtlich ausgeübt. Sie bekommen lediglich ihre Auslagen ersetzt - Fahrtkosten, Übernachtungen, Spesen -, wenn sie im Auftrag und zu Gunsten der Jury zu Messen, Klausurtagungen oder sonstigen Veranstaltungen reisen.











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