Al Cabohne

In der Spielszene grassiert seit einiger Zeit das Bohnenfieber namens "Bohnanza". Entwickelt hatte dieses einzigartige Kartenspiel Uwe Rosenberg, der in der Spielebranche als Spezialist für diese Gattung einen hervorragenden Namen geschaffen hat. "Bohnanza", bei dem verschiedene Bohnensorten ? Blaue Bohnen, Saubohnen oder Brechbohnen ? angebaut, geerntet und verkauft werden ? entwickelte sich zu einem richtigen Kultspiel.

Um den Bohnenhunger der Fangemeinde zu stillen, schob der Amigo?Verlag, ebenfalls ein Spezialist für Kartenspiele, weitere Titel nach. Solche Erweiterungen sind angesichts des Erfolgs der verschiedenen "Siedler"?Varianten aus ökonomischer Sicht zwar verständlich. Sie verärgern aber die Konsumenten, wenn ein Beststeller bis aufs letzte ausgereizt wird, auch wenn dies spielerisch überhaupt nichts mehr hergibt. Vor dem Kauf von "Al Cabohne" muss allerdings nicht gewarnt werden. Es erreicht den Spielwert der Mutter "Bohnanza" problemlos. Zudem handelt es sich um ein eigenständiges Spiel. Das heisst, es ist nicht nur auf den Markt geworfen worden, um den Käufern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ziel des Spiels ist es, wie in "Bohnanza, nach dreimaligem Durchspielen des Kartenstapels möglichst viele Bohnentaler zu sammeln. Diese muss man mit dem Verkauf von Bohnen erwirtschaften. Jeder der beiden Spieler besitzt zwei Felder, auf denen er Bohnen anbauen und sammelt. Allerdings gibt es pro Feld nur eine Sorte. Wie im richtigen Wirtschaftsleben gilt auch hier die Regel: Wer länger Bohnen sammelt und mit dem Verkauf zuwartet, erzielt einen höheren Ertrag.

Allerdings besteht dann die Gefahr, dass er die Rechnung ohne die beiden Mafiabosse "Al Cabohne" und "Don Corlebohne" macht: Denn auch diese beiden Bösewichte bauen Bohnen an, nachdem sich herum gesprochen hat, dass man echten Bohnen ebensoviel Geld verdienen kann wie mit blauen Bohnen. Es dürfte jedoch nicht erstaunen, dass die beiden mit ihrem Eingreifen die bis anhin ruhige Bohnenwirtschaft tüchtig aufmischen. So dulden "Al Cabohne" & Co. nicht, dass andere die gleichen Bohnensorten anbauen wie sie, weil das ihr Monopol stören könnte. Also verlangen sie sogenannte "Schutzbohnen".

Die beiden Spieler sind deshalb gezwungen , aufmerksam zu verfolgen, was sich auf den verschiedenen Bohnenfeldern tut. Mit Geschick und taktischem Gespür versuchen sie, dem Druck der Mafia zu entgehen, indem sie noch schnell ernten und verkaufen, bevor "Al Cabohne" und "Don Corlebohne" zuschlagen. Auf ein wenig Glück müssen sie dabei allerdings hoffen, da die Karten jeweils nach dem Zufallsprinzip aufgenommen werden.

Lange Zeit gab es auf dem Markt wenige gute Spiele für zwei Personen. Das hat sich geändert. Gerade im Bereich der Kartenspiele besteht heute ein grosses Angebot empfehlenswerter Titel. Dazu gehören unter anderem "Siedler Kartenspiel", "Cäsar & Cleopatra", "Babel", "Flut und Ebbe" und jetzt auch "Al Cabohne". Dieses hat sogar den Vorteil, dass man es auch spielen kann, wenn der Partner oder die Partnerin einmal nicht zu Hause ist.

(Synes Ernst, Apéro/Neue Luzerner Zeitung)

"Al Cabohne" von Uwe Rosenberg, Amigo, für 1 oder 2 Spieler ab 11 Jahren.