Quiz des 20. Jahrhunderts

Das Angebot von Quizspielen vor allem rund um den Klassiker TRIVIAL PURSUIT ist immer noch beträchtlich. Wie jedes Jahr gibt die Firma Parker eine Jahresedition heraus, die sich vom Titel zwar auf das kommende Jahr bezieht - TRIVIAL PURSUIT EDITION 1998 -, die aber ausschließlich Fragen aus dem jetzt ablaufenden Jahr 1997 enthält. Die zweite Parker-Neuheit bezieht sich vom Titel her ebenfalls auf ein Ereignis im kommenden Jahr. Die TRIVIAL PURSUIT WORLD CUP EDITION ist ein offiziell lizenziertes Produkt der Fußballweltmeisterschaft in Frankreich. Für Fußballfans bieten die 1800 Fragen einen Überblick über einhundert Jahre Fußballgeschichte. Diese Edition scheint mir allerdings nur für Insider interessant zu sein, aber davon soll es ja in Deutschland Millionen geben.
Ein echtes Konkurrenzprodukt zu TRIVIAL PURSUIT bietet brandneu der Harenberg-Verlag an. Sein QUIZ DES 20. JAHRHUNDERTS mit 6000 Fragen und 18000 Antworten aus den Bereichen Politk und Geschichte, Gesellschaft und Unterhaltung, Wissenschaft und Technik, Kultur, Film und Fernsehen und Sport und Freizeit geht ganz neue Wege. Das Spiel enthält 1200 Bildkarten, die vielfältige Assoziationen und Erinnerungen wecken. Unter sechs Bildkarten wählt man stets seinen Fragenschwerpunkt aus. Zu jedem Bild gibt es passende fünf Fragen, zu jeder Frage werden auch drei Antworten angeboten, so daß bei Spezialgebieten stets eine Ratechance besteht. Nicht nur dieser neue Zugang in die Quizrunde ist anregend, der Ablauf selbst ist spannend. Die Spielfiguren laufen auf einer Jahrhundertbahn von 1900 bis ins Jahr 2000, wobei spieltaktische Elemente mit Hilfe von Jetons und Sonderfeldern einen reizvollen Gang durch unser Jahrhundert ergeben.

Jeder Spieler startet mit Jetons im Wert von 40 Punkten, die bei der Beantwortung der Fragen zum schnelleren Vorankommen eingesetzt werden können. Nachteilig ist nur die Stückelung in 3er-, 5er- und 10er-Jetons, die in ihrer Kombination nicht jede beliebige Zahl ergeben. Wer ohne Einsatz der Punktechips Fragen beantwortet, wandert zwei Felder vor, wenn er spontan die richtige Antwort weiß, oder nur ein Feld, wenn er auf die richtige alternative Antwort getippt hat. Der Fragenbereich wird erwürfelt, wobei der Glückswurf "Q" mit einer richtigen Antwort gleichgesetzt wird. Dieser Glücksfaktor und die Antwortalternativen erweisen sich als günstig, wenn man mit jüngeren Kindern spielt, die damit durchaus Chancen auf den Spielgewinn haben. Reine Erwachsenenrunden sollten bei einem gewürfelten "Q" den Spieler eine Frage aussuchen lassen, wobei bei den meisten Karten die ersten Fragen deutlich leichter sind als die letzten. Wer meint, mit einer Bildkarte viel anfangen zu können, darf maximal 15 Punkte setzen. Befindet der Spieler sich zum Beispiel im Jahr 1921, kann er seine Jetons auf die Jahre 1936 oder 1951 legen. Im zweiten Fall muß er ohne die Nennung der alternativen Lösungsangebote die richtige Antwort wissen. Rät man richtig, springt man dreißig Felder nach vorn und erhält sogar noch seine eingesetzten Chips zurück.

Außerdem gibt es noch fünf Glücksfelder, auf denen zu Spielbeginn schon Jetons deponiert werden. Der erste, der ein solches Feld erreicht, erhält die Punktechips und startet in eine Bonusrunde, in der er versuchen darf, alle noch ausliegenden Fragekarten innerhalb von sechzig Sekunden spontan zu beantworten. Gerät man auf die Felder der Kriegsphasen dieses Jahrhunderts , dürfen keine Jetons mehr eingesetzt werden. Man kommt also nur noch langsam maximal zwei Felder voran. Dann gibt es noch eine Risikorunde, die dann ausgelöst wird, wenn ein Spieler auf einem Jahresfeld steht, das dem Jahr einer ausliegenden Quizkarte entspricht. Der Spieler darf dann für jeden Mitspieler eine Quizkarte auswählen, die bei falscher spontaner Beantwortung ihm zusätzliche Jahresfelder bringen. Richtige Antworten bringen aber auch die Mitspieler nach vorn.

Das Spiel gewinnt derjenige, der als erster genau das Jahr 2000 erreicht, sofern er Quizkarten aus vier unterschiedlichen Wissensgebieten gewonnen hat. Den Herausgebern ist es mit diesem Spiel gelungen, die allmählich langweilige Törtchensammelei von TRIVIAL PURSUIT um Längen zu schlagen. Es gab bisher noch kein besseres Quizspiel auf dem Markt. Die beträchtliche Investition von 89.- DM lohnt wirklich.

(Wieland Herold)