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David & Goliath
Unter den Nachwuchsautoren, die den Erfolgen von Teuber und Kramer nacheifern, profiliert sich von Jahr zu Jahr immer mehr ein Spieleautor. Ein Kleiner im Konkurrenzkampf gegen die Großen, der mit pfiffigen Spielideen zu überzeugen weiß. 1996 war er zum ersten Mal auf der Nominierungsliste für das "Spiel des Jahres" vertreten, neben Teuber, Kamer u.a.. 1997 tauchten die beiden Cracks wieder auf der Liste auf, aber auch der Newcomer war erneut vertreten. Es geht um den jungen Autor Reinhard Staupe.
Geradezu symptomatisch für seinen bisherigen Weg ist sein neuestes Kartenspiel "David Goliath" (Berliner Kartenspiele), das für drei bis sechs Spieler geeignet ist. 90 Karten sind maximal im Spiel, bestehend aus Karten mit den Werten 1 bis 18 in fünf Farben. Spielen weniger als sechs Spieler mit, werden die hohen Kartenwerte herausgenommen, so daß immer jeder Spieler 15 Karten erhält. Die Kartengrafik verweist schon auf den Pfiff des Spiels. Aus dem verschmitzt lächelnden 1er- David entwickelt sich in einer allmählichen Metamorphose ein recht tumber Goliath. In diesem Stichspiel erhält nämlich unabhängig vom sonstigen Ergebnis in einer Runde stets die niedrigste Karte die höchste: David fängt Goliath ein. Das Spiel selbst läuft recht einfach ab: Der erste Spieler legt mit seiner ausgespielten Karte die Farbe fest, die alle bedienen müssen. Kann ein Spieler nicht bedienen, darf er eine beliebige Karte ablegen. Den Stich erhält der Spieler, der, unabhängig von der Kartenfarbe, die höchste Zahl gelegt hat. Sind dies mehrere Spieler, gilt die zuletzt gelegte als höchste Karte. Der Gewinner der Karten verliert allerdings seine Karte an den Spieler mit der niedrigsten Zahl. Die gewonnenen Karten werden offen und nach Farben sortiert ausgelegt, das ist für die Endabrechnung und für den weiteren Spielablauf von entscheidender Bedeutung. Der Gewinner des ersten Stichs eröffnet die nächste Runde, und so geht es weiter, bis alle 15 Karten gespielt sind. "Recht simpel", werden Sie jetzt sagen, "wo ist denn da der Spielreiz?" Die Spielspannung entsteht bei "David & Goliath" durch einen Trick bei der Punktwertung am Ende des Spiels. Jede gewonnene Karte zählt einen Punkt, nur die Karten, in deren Farbe man nur eine oder zwei Karten gewonnen hat, zählen ihre Kartenwerte. Das sind dann auch meistens die hohen Werte, die man mit niedrigen Karten eingefangen hat. Die spielentscheidenden Punkte bringen auch stets diese Einzelkarten. Wer meint, durch kräftiges Kartensammeln das Spiel gewinnen zu können, der irrt. Da die gewonnenen Karten offen auf dem Tisch liegen bleiben, sieht jeder die sich anbahnenden drohen Gefahren und versucht bei den Schlußstichen kräftig die Bilanzen zu verändern. Gespielt werden so viele Spielrunden, wie Spieler teilnehmen, dabei bleibt es aber bei "David & Goliath" selten. Das Spiel macht in jeder Besetzung viel Spaß. Natürlich ist man , wie bei den meisten Kartenspielen, vom Kartenglück abhängig. Es relativiert sich aber in diesem Spiel, da sowohl niedrige als auch hohe Karten taktisch eingesetzt werden können. "David" Staupe hat wieder einmal voll zugelangt, mit Witz und Pfiff geht er ins Rennen um die Preise dieses Jahres. Die Chancen für einen Hattrick stehen gut. (Wieland Herold)
Titel: David & Goliath, Verlag: Berliner Spielkarten, Autor: Reinhard Staupe
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