Der große Dalmuti

"Das Leben ist ungerecht!", so lautet der Untertitel dieses Kartenspiels; doch nicht nur das Leben, wie sich gleich zeigen wird. 80 Karten in den Werten von 1 bis 12, wobei die 1, die höchste Karte nur einmal, die 2, die zweithöchste nur zweimal usf. vorhanden ist, werden gleichmäßig verteilt. Hat jeder seine Karten studiert, gibt der große Dalmuti zwei seiner Karten, natürlich die schlechtesten, an den großen Diener und erhält dafür dessen zwei ranghöchste. Und der kleine Dalmuti, eine Stufe unter dem Großen, tauscht mit dem kleinen Diener je eine Karte.
Nun spielt der große Dalmuti eine Karte aus oder mehrere gleichrangige und eröffnet damit den Stich. Reihum müssen die Mitspieler jeweils eine höhere Karte bzw. einen höherwertigen Satz zugeben oder passen. Hat schließlich jeder gepaßt endet der Stich und der große Diener sammelt alle Karten ein.

Wieviele Karten welchen Ranges nun in dem Stich liegen ist letztendlich uninteressant, denn es geht einzig und allein darum, seine Karten möglichst schnell loszuwerden. Wem dies als erstem gelingt, der ist der nächste große Dalmuti usf. und wer als letzter noch Karten auf der Hand hat – nun, Karten mischen, austeilen, einsammeln, Cola und Pizza holen, ...

Neu ist diese Spielidee ja gerade nicht, angeblich stammt sie aus China, aber so schön umgesetzt wurde sie bisher noch nie. Allein wegen der wunderbar gezeichneten Karten lohnt sich ein Kauf bereits. Und daß sich dann damit noch bis zu 8 Personen köstlich unterhalten können ist fast schon zuviel des Guten!

(Helmut Wresnik)

"Der große Dalmuti" von Richard Garfield, Amigo, für 4 – 8 Spieler ab 8 Jahren