Der Schatz von Mrs. Jones

Zum Thema Ägypten und Pyramiden fallen mir spontan einige Namen ein. Eine Mrs. Jones ist allerdings nicht dabei und ich habe auch nach dem Spiel, das sich um den Schatz der besagten Dame dreht, noch nicht begriffen, was sie mit Cheops & Co zu tun haben könnte. Sie sollte aber damit zu tun haben, jedenfalls wenn man der Gestaltung des Spiels Glauben schenkt. Dem Spiel selbst tut aber dieser Bezugsmangel keinen Abbruch.
Die Schachtel enthält einen stabilen Kunststoffeinsatz mit zwei quadratischen Vertiefungen in der Mitte und zwei Zählleisten an den Längsseiten. Zunächst bricht man die vorgestanzten Flächen aus den quadratischen gelben und blauen Pappstücken. Punkte bringen im Spielverlauf die Aussparungen in allerlei geometrischen Formen. Jeder Spieler bekommt zehn Karten einer Farbe. Beide wählen eine Karte aus und legen sie in die Schachtel. Dann setzt jeder eine beliebige Karte über die gegnerische Karte. Das Ziel ist, die Ausschnitte so zu wählen, daß von der unteren Karte möglichst viele Rubine beziehungsweise Goldstücke sichtbar bleiben, denn diese bringen die Punkte, die dann auch gleich auf der Zählleiste markiert werden. Im nächsten Zug deckt wieder jeder die bereits ausliegende Tafel des Gegenspielers ab. So stapelt sich in beiden Ablagen immer abwechselnd gelb-blau-gelb-blau.

Der Schatz von Mrs. Jones ist ein einfaches, glattes Spiel, dessen Ablauf man sofort begriffen hat. Es ist so simpel, daß man sich wundert, wie man so wenig Spiel in so viel Spielregel packen kann.

Die ausgebrochenen Stanzteile sind genauso bedruckt, wie die zum Spiel benötigten Karten. Es tut so richtig weh, diese Teile zum Abfall zu erklären. Es tun sich damit nämlich eine ganze Reihe neuer Spielmöglichkeiten auf. Diese Chance hat der Hersteller wohl übersehen. Ausstattung und Aufmachung sind so solide, wie man es von Ravensburg gewohnt ist.

(Tom Werneck)

"Der Schatz von Mrs. Jones" von Christine Welz, Redakteurin: Charlotte Huber, Illustration: IDL, Ravensburger-Spiele, Postfach 1860, 88188 Ravensburg, Tel: 0751 / 86-0, Fax: 0751 / 86-311, 2 Spieler


Das Äußere des Spiels stimmt auf Schatzsuche in einer ägyptischen Pyramide ein. Der Schachteleinsatz ergibt einen stimmungsvollen Spielplan. Rubine und Goldmünzen - DER SCHATZ VON MRS. JONES - sollen gesucht werden.
Spieltechnisch ist das Thema dann aber sehr eigenartig umgesetzt: Da buddeln die beteiligten Spieler nicht nach Schätzen, sondern legen sie sogar noch in Form von quadratischen Kartchen in zwei Vertiefungen der Spielschachtel hinein. Wieso eine Mrs. Jones ihr Geschmeide in einem Pharaonengrab gelassen hat, bleibt auch unklar. Nicht einmal eine Spielgeschichte haben sich die Ravensburger dafür einfallen lassen.
Was bleibt, ist ein aufgesetztes Thema fur ein wirklich gutes taktisches Legespiel für zwei Personen. Jeder Spieler besitzt einen identischen Kartensatz, auf dem Rubine oder Goldmünzen und ausgestanzte Feldbereiche sind. Der Spieler, der die Karten mit den Rubinen besitzt, sammelt die Goldmünzen, der andere entsprechend den Rubinschatz. Auf eine Rubinkarte sollte der Gegenspieler seine Goldkarte stets so legen, daß durch die Löcher viele Rubine zu sehen sind, die als Schatzpunkte fur den Rubinsammler gewertet werden. Auf einer Zahlleiste können die erreichten Punkte sofort angezeigt werden. Nach dem Legen der letzten Karte steht fest, wer den besten Durchblick bei der Suche nach dem Schatz der Mrs. Jones gehabt hat.
Bei einer Spieldauer von zehn Minuten steht Revanchespielen nichts im Wege. Für Freunde taktischer Legespiel ist DER SCHATZ DER MRS. JONES durchaus zu empfehlen, wer eher auf fantastische Schatzsuche mit Grabräubern und Sandvipern aus ist, sollte die Finger von diesem Spiel lassen.

(Herold Wieland)

Spieletelegramm:
Titel: Der Schatz von Mrs. Jones, Verlag: Ravensburger, Autor: Christine Welz , Spielerzahl: 2, Spieldauer: 10 Minuten, Preis: ca. 39.- DM