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Downtown
Stadtplanung ist derzeit das Thema in Berlin. Einmal selbst einen neuen Stadtteil zu gestalten und dabei auch noch ordentlich Profit zu machen, erlaubt Downtown - spielerisch leicht, voll kleiner Triumphe und böser Überraschungen.
In jeder Runde wird die Bebauung von ein oder zwei Arealen festgelegt. In geheimer Abstimmung entscheiden die 3 - 6 Teilnehmer darüber, ob dort neue Wohnungen gebaut, Handelsgeschäfte angesiedelt oder Industrieanlagen errichtet werden sollen. Lobby-Plättchen geben zusätzlichen Einfluß, und bei Stimmengleichheit hat der jeweilige Startspieler als Bürgermeister das letzte Wort. Die Nutzungsart bestimmt den Wert der Grundstücke. So verdoppelt sich der Wert eines Grundstücks in einem Industriegebiet, wenn sich gleich daneben Geschäfte befinden, die ihrerseits zwei Wohngebiete für eine ertragreiche Nutzung benötigen, während sich benachbarte Industrie auf Wohnanlagen verständlicherweise wertmindernd auswirkt. Bei ihren Entscheidungen lassen sich die Spieler deshalb davon leiten, in welchen Gebieten sie bereits Grundbesitz erworben haben oder dies noch vorhaben. Da sie in jeder Runde nur Grundstücke eines Areals erwerben dürfen und ihre Wahl auch insoweit wieder geheim treffen müssen, kommt es immer wieder zu Interessenkollisionen, die für prickelnde Spannung sorgen. Ein bißchen Glück ist natürlich auch dabei. So kann es einem Spieler gelungen sein, sich sämtliche Grundstücke eines Areals unter den Nagel zu reißen. Kommt es jetzt allerdings bereits zu einer Wertung, bevor auch die Nutzungsart hinreichend vieler Nachbarareale bestimmt worden ist, fällt sein Gewinn entsprechend gering aus. Für den Erfolg entscheidend ist aber letztlich, mit Kalkül und Intuition die Pläne der Mitspieler zu durchschauen und diese sodann vor den eigenen Karren zu spannen. Genau darin liegt auch der große Reiz dieses ungewöhnlichen Spiels, das 1996 beim alljährlichen Autorenwettbewerb von einer Jury aus Spieleredakteuren namhafter Verlage auf den 1. Platz gesetzt worden ist. Bezeichnend allerdings, daß es dem Kleinverlag Abacusspiele vorbehalten blieb, Downtown ins Programm zu nehmen. Und es zum fairen Ladenpreis von 49 DM in den Handel zu bringen. Gut sortierte Spielwarengeschäfte sollten es jedenfalls im Sortiment haben. (L.U.Dikus)
Alljährlich veranstaltet der 'Hippodice Spieleclub e.V' in Herne einen 'Wettbewerb für Spieleautoren', der branchenintern inzwischen weit über die lokalen Grenzen hinaus große Bedeutung besitzt. Spielideen, die hier gut plaziert werden, sind meist einer näheren Betrachtung wert. 1996 hieß der Sieger Bernhard Weber mit seinem Siegertitel 'Boom Town'. Und bereits ein halbes Jahr später erscheint dieses Spiel bei einem Verlag, der zwar nicht zu den ganz Großen der Branche zählt, wohl aber einen sehr guten soliden Ruf genießt. 'Boom Town' heißt jetzt DOWNTOWN, aber das Thema ist unverändert. 3-6 Spieler bauen eine Stadt. Der besseren Spielbarkeit wegen etwas einfacher strukturiert als in der Realität. Es gibt vier unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten: Parks, Handelszonen, Wohnbereiche und Industriegebiete. Die Spieler agieren während des Spiels in einer Doppelfunktion als Stadtplaner auf der einen und als Grundstücksspekulanten auf der anderen Seite. Sodann versucht man Grundstücke zu erwerben, die bares Geld einbringen, sobald ein Gebiet komplett verkauft wird. Welchen Wert ein einzelnes Grundstück dann erzielt, das hängt wiederum davon ab, ob das Gebiet voll erschlossen ist und was für Gebiete benachbart sind. Natürlich gibt es Wertverlust, wenn neben der Wohnsiedlung eine qualmende Fabrikanlage steht und ein Handelszentrum ohne benachbarte Wohnbezirke bringt auch nicht den optimalen Gewinn. Alles wird ausnahmslos von den Spielern gesteuert. Es gibt praktisch keine Glückselemente in dem Spiel. Vieles wird per Mehrheitsbeschluß oder Automatismus geregelt und am Ende weiß man auch ziemlich genau, warum man gewonnen (oder auch verloren) hat. DOWNTOWN ist kein Spiel, welches die Mitspieler in eine irreale Spiel(traum)welt entführt, sondern vielmehr ein ganz kalkulierbares, etwas trockenes Spiel für klare Strategen. Von der Komplexität liegt DOWNTOWN auf gutem Familienspielniveau und die Ausstattung und Gestaltung ist so überdurchschnittlich gut gelungen, wie man sich das bei einem großen Hersteller vielleicht viel häufiger wünschen würde, bei einem Kleinverlag aber nicht unbedingt erwarten kann. Unter dem Strich ein überzeugendes Spiel auf recht hohem Niveau. (Andreas Mutschke, Westfälischer Anzeiger) DOWNTOWN, für 3-6 Spieler ab 10 Jahren, ca. 50,-, Direktvertrieb und Information: Abacus-Spiele, Schopenhauerstraße 41 63303 Dreieich
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