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Es war einaml...
Es war einmal..." - Mit diesen drei Worten beginnen nicht nur die meisten traditionellen Märchengeschichten, sondern dies ist auch der Titel einer Spieleneuheit, das sich -wie könnte es anders sein- ganz und gar um märchenhafte Erzählungen dreht. Zwei bis zehn Spieler können sich an ES WAR EINMAL... beteiligen. Je größer die Spielrunde, umso lustiger wird das Ganze. Das Spielmaterial besteht aus fast 170 Karten und -viel wichtiger- der eigenen Phantasie. Denn die stimmungsvoll gezeichneten Karten mit den entsprechenden Begriffen müssen von den Spielern in eine eigene märchenhafte Geschichte eingebaut werden. Dazu erhalten alle Mitspieler zu Beginn eine bestimmte Anzahl von Karten, auf denen Charaktere (Prinz, Alte Frau u.ä.), Gegenstände (Schatz, Schwert u.a.), verwunschene Orte (Wald, Turm u.a.), Eigenschaften wie 'wunderschön' oder 'sehr weise' sowie besondere Situationen und Ereignisse, in die Charaktere geraten können, angegeben sind. Wer von den Spielern als erster all seine Karten ablegen kann, gewinnt das Spiel.
Natürlich sind der eigenen Phantasie geregelte Grenzen gesetzt. So dürfen zum Beispiel keine längeren Pausen entstehen, die erzählte Geschiche soll harmonisch sein, wobei im Einzelfall die Mitspieler darüber abstimmen, ob die Erzählung gültig oder nicht doch zu hanebüchen ist. Und natürlich gibt es Regelungen darüber, wie konkret die abgelegten Begriff- und Symbolkarten in der Geschichte vorkommen müssen. Mit einem großen Teil der Karten kann der aktive Erzähler überdies spontan unterbrochen werden mit einem Begriff, der gut in die erzählte Geschichte paßt. Dann erzählt der entsprechende Spieler das begonnene Märchen weiter bis zum glücklichen Ende oder aber bis er seinerseits von einem Mitspieler unterbrochen und abgelöst wird. ES WAR EINMAL... ist auf jeden Fall ein wunderschön gestaltetes und stimmungsvolles Spiel, doch ist es von Spielrunde zu Spielrunde sehr unterschiedlich, wie gut die Spieler diese märchenhafte Stimmung in ihre Phantasiegeschichten tatsächlich umsetzen können. Die Erwartungen, daß man Märchengeschichten in der Qualität Grimm'scher Erzählkunst zu hören bekommt, sind wohl kaum zu erfüllen, aber mitunter entstehen aus der ungewöhnlichen Kombination verschiedener Begriffe und Situationen ausgesprochen originelle und witzige Märchen, die einfach Spaß machen. (Andreas Mutschke)
"Es war einmal ..." vor vielen vielen Jahren, da gab es noch Menschen, die sich in aller Ruhe gemeinsam an einen Tisch setzten, um mit einander zu spielen. Heutzutage unvorstellbar – ich weiß! Jeder der Spieler bekam ein paar wunderschön gemalene Karten auf die Hand, um die herum eine Geschichte erzählt werden sollte. Da gab es Prinzen und Wölfe, gefährliche aber auch ruhige Orte, magische Gegenstände und tödliche Waffen. Ein Spieler begann eine Geschichte zu erzählen, eine Geschichte, in der die Dinge auf seinen Karten mitspielten. Und immer, wenn es ihm gelang, einen Begriff aus seinen Karten einzubauen, durfte er diese ablegen. Die Mitspieler hörten andächtig zu, waren aber stets bereit, das Märchen zu unterbrechen, um den Faden selbst weiterzuspinnen. Dazu mußten sie ganz spezielle Karten besitzen oder eine Karte mit jenem Begriff, den der Erzähler gerade verwendete. Erzählte er also von einem fliegenden Pferd und man besaß die Karte "kann fliegen", so durfte man ihn unterbrechen und das Märchen an seiner Stelle fortsetzen. Gewinnen, ja das konnte man bei diesem Spiel auch, doch das war damals nicht so wichtig. Die Menschen wollten fabulieren, gemeinsam eine stimmungsvolle Geschichte entstehen lassen. Heute ist so etwas undenkbar, ich weiß, heute, in einer Zeit, wo niemand mehr ein Märchen hören will und wo das Gewinnen wichtiger ist als alles andere. Da habe ich doch recht, oder etwa nicht!? (Helmut Wresnik)
Zwar machen drei bis vier Titel noch keinen Trend aus, aber erstaunlich ist es schon, daß plötzlich so viele Erzählspiele auf dem Markt erscheinen. Das Fabulieren und Geschichtenerzählen scheint wieder in Mode zu kommen. Eines der schönsten oder tatsächlich das schönste unter diesen Erzählspielen knüpft mit seinem Titel an eine Tradition an, die in unserem Sprachraum einmal sehr stark war, nämlich das Erzählen von Märchen. (Bernward Thole) ES WAR EINMAL... von Richard Lambert, James Wallis und Andrew Rilstone, Erzählspiel für 2-10 Spieler ab 10 Jahren, Verlag: Amigo Spiel + Freizeit, 63128 Dietzenbach
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