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Eureka
Es gab einmal ein altes Spiel, das früher in beinahe jedem Wirtshaus anzutreffen war. Ob es einen Namen hatte, weiß ich nicht. Aber es hatte einen höchst nützliche Funktion: Zwei wackere Zecher konnten damit rundenweise das Bier oder den nächsten Schnaps auswürfeln.
Das entsprechende Spielgerät hatte eine Reihe von 10 Klappen. Waren sie heruntergeklappt, waren darauf die Zahlen von 1 bis 9 und die 0 abzulesen. Man würfelte mit zwei Würfel und schaute anschliessend nach, wieviel und welche der Klappen hochzuschlagen waren. Zu Beginn können natürlich noch lokker beide Würfel umgesetzt, also zwei Klappen aufgeschlagen werden. Im weiteren Spielverlauf wird es dann aber immer enger. Dann greift man gerne auf die Summe oder die Differenz der beiden Würfelwerte zurück. Zuweilen ist da aber auch wirklich nichts zu klappen. Dann gehen die Würfel an den nächsten Spieler weiter. Wer schließlich die letzte Klappe hochschlagen kann, darf sich freuen: er bekommt ein Gratisbier oder einen Gratisschnaps. Wenn ich es recht bedenke, fand ich es auch recht dumm, daß hinter den Klappen so gar nichts sichtbar wurde. Das hochgeklappte Gerät machte immer so eine etwas leeren Eindruck - einfach unbefriedigend. Während ich es bei diesen Gedanken beließ, hatte der Spieleautor Haim Shafir eine glänzende Idee. Er läßt hinter den Klappen Buchstabe für Buchstabe sichtbar werden. Nun geht es nicht mehr um Freibier, auch nicht um Schnäpschen, sondern um das Erraten eines Wortes, von dem Klappe um Klappe immer mehr sichtbar wird. 77 Karten mit insgesamt 308 Begriffen stecken bei "Eureka" hinter den zehn Klappen. Listiger Weise sind mal kürzere, mal längere Worte zu erraten. Mal beginnen sie ganz vorne, mal erst hinter der ersten, zweiten, dritten oder gar vierten Klappe. Immer aber gehört viel Phantasie dazu, auf das entsprechende Wort zu kommen. Allerdings darf nach der Spielregel immer nur der raten, der die Würfel hält. Er kann vor oder nach dem Öffnen der erwürfelten Klappen raten. Warum das wichtig ist? Ganz einfach: vor dem Rateversuch werden die Zahlen auf den noch geschlossenen Klappen addiert und diese dann anschließend geöffnet. Hat der Spieler richtig geraten, erhält er die errechnete Summe gutgeschrieben. Lag er mit seinem Rateversuch daneben, wird sie ihm als Minuspunkte auf die Rechnung gesetzt. Und mit noch einem weiteren Clou wartet "Eureka" auf. Bei roten (angeblich etwas schwereren) Begriffen wird die gewonnene wie die verlorene Punktzahl verdoppelt. Grüne Begriffe dagegen sind nach der neuen Rechtschreibung geschrieben. Sie zählen nur die einfache Punktzahl. Wenn das mal keine versteckte Kritik an dem staatlich verordneten Ottografie-Schwachsinn ist?! Für die Theke ist das neue Spiel wohl weniger geeignet. Wer aber einmal mit seinen Kindern zum Essen ausgehen will oder zum Arzt gehen muß, sollte es unbedingt mitnehmen. "Eureka" verkürzt die Wartezeiten ganz enorm. Das gilt natürlich auch für lange Eisenbahnfahrten. (Bernward Thole) EUREKA von Haim Shafir, Amigo, für 2-6 Spieler ab 10 Jahren
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