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EXPEDITION
Zunächst eine kurze Bemerkung:
Aufgrund eines drohenden Urheberrechtsstreits mit dem ZDF wegen der Verwendung des Namens Terra X ändert der Verlag Queen Games den Titel seines Spiels Terra X in Expedition
TERRA X heißt jetzt EXPEDITION. So wie Raider, das jetzt Twix heißt. Hintergrund ist der, daß dieses Spiel als EXPEDITION erhältlich ist, bis vor kurzem aber noch als TERRA X im Handel war. Das wollte das ZDF aber nicht so gern, da es dort eine gleichnamige Serie gibt. Aber weil das Spiel wirklich brilliant ist, mochte man von Verlagsseite nicht darauf verzichten und so begeben sich die Spieler nun auf zu einer EXPEDITION um die ganze Welt. Dabei macht EXPEDITION zunächst nicht den Eindruck einer originellen Idee. Es wirkt wie eines der traditionellen Reisespiele, wie es sie schon seit hundert Jahren gibt. Doch der erste Eindruck täuscht. Autor Wolfgang Kramer ist seit vielen Jahren in dem Geschäft und hat immer noch das eine oder andere Bonbon für Spieler auf Lager. Es geht für die bis zu sechs Spieler darum, Forschungsaufträge zu erledigen, die zu Beginn des Spiels geheim ausgeteilt werden. Insgesamt gibt es weltweit 79 Forschungsstätten, zu denen die Spieler reisen können. Meist sind die Aufträge, die man verdeckt erhält, über den ganzen Erdball verteilt und nun gilt es, die optimale Reiseroute zu wählen. Wiederum heimlich, denn das Ziel aller Spieler ist es, möglichst als erster alle Aufträge zu erledigen. Sobald sich ein Spieler verrät, kann er fast sicher sein, daß er von allen Konkurrenten nach allen Kräften behindert wird. Die vorgezeichneten Reiserouten sind nicht allzu belastbar. Nur dreimal ist jedes Teilstück zu benutzen und bei sechs Spielern kann das schon schnell sehr eng werden. Besondere Reisegutscheine können in mancher Sackgasse recht hilfreich sein und wenn es darum geht, schnell noch vor einem Gegenspieler die letzte Möglichkeit für die Benutzung einer bestimmte Etappe zu nutzen. EXPEDITION ist ein ganz herausragendes Familienspiel und es wäre wirklich schade gewesen, wenn der eingangs erwähnte Rechtsstreit dazu geführt hätte, daß dieses Spiel ganz verloren geht. Dazu kommt die sehr gelungene grafische Umsetzung und die sorgfältige redaktionelle Bearbeitung des Verlages, denn jeder Forschungsauftrag von der Chinesischen Mauer über Karthago bis zu den Galapagos-Inseln im Pazifik ist mit etwas Hintergrundinformation zu dem entsprechenden Ziel angereichert. Insofern hat das Spiel ganz nebenbei sogar noch etwas Lehrreiches. (Andreas Mutschke, Westfälischer Anzeiger) EXPEDITION, für 2-6 Spieler ab 10 Jahren, ca. 60,-, Queen-Games/ Troisdorf
Die ersten sechs Kilometer im Urwald sind nicht so schlimm. Aber dann zieht es sich elend. Die Natur ist feindlich: Lianen, die mit der Machete behauen werden wollen. Moskitos sirren über und Piranhas schwimmen in unserem Trinkwasser. Von den Bäumen hängen Kobras und nachts macht sich der Tapir über unsere Hartwurst her. Die Zeit rennt. Am Samstag kommt die nächste Folge von Terra X im ZDF. Bis dahin müssen wir ein paar Wunder aus Prähistorie und Natur auf den Videofilm bannen. Erstes Zwischenziel ist die legendäre Inkafestung Machu Picchu, die erst 1911 von Hiram Bingham entdeckt wurde. Klappe - Machu Picchu die sechste. Schnitt. Los, gleich weiter in die Altiplano, die dürre, rauhe Hochebene der Anden. Dort stehen seltsame Adobehäuser, die die Einheimischen Chulpas nennen. Bis zu fünf Meter Hoch und drei Meter breit sind diese bienenkorbartigen Begräbnistürme der Inkas. Klappe - Altiplano die dritte. Schnitt. Wir tauchen hinab in die grüne Hölle des Amazonas. Unterwegs finden wir postlagernd Nachricht von den anderen Drehteams. Eines hat den 1200 Jahre alten Borobudur-Tempel in Java gefilmt, ist jetzt in Arnhemland bei den Fels- und Höhlenmalereien zu Gange und will dann zum Ayers Rock vorstoßen. Das nächste Team ist von Sibirien aus nach Süden gefahren und nimmt derzeit in Kasachstan den kostbaren Wandteppich von Pasyryk auf, der aus dem 5. Jahrhundert stammt und erhalten ist, weil er in einer Kurgane, einem Grabhügel der Altai-Nomaden eingefroren war. Sorgen bereitet uns auch die Mannschaft, die sich zwischen dem Kongo und Sinbabwe herumtreibt. Terra X ist für Spielekenner ein alter Bekannter in neuem Kleid. Der Titel "Abenteuer Tierwelt" vom Erfolgsautor Wolfgang Kramer erhielt ein neues, frisches Outfit mit ein paar signifikanten Verbesserungen. Die gemeinsame Basis ist im Wesentlichen der eben so einfache, wie pfiffige Zugmechanismus. Vor dem Beginn bekommt jeder der zwei bis sechs Spieler einen Satz mit Zielkarten. Das sind Orte auf der mächtigen, geographisch nicht immer ganz verläßlichen Weltkarte, die im Spielverlauf angesteuert werden sollten. Ein paar seiner Ziele markiert jeder Spieler auf dem Plan mit farbigen Chips, die anderen Karten behält er auf der Hand. Kommt er selbst - oder auch ein anderer Spieler - im Verlauf seiner Reise, so wird die Zielkarte offen abgelegt und zählt als Wertungspunkt. Die markierten Ziele zählen, wenn man sie selbst erreicht, doppelt. Der Witz liegt in der Art, wie sich die einzelnen Expeditionen auf dem Plan bewegen. In der Schachtel liegt ein ordentlicher Vorrat an roten, blauen und gelben Etappenpfeilen aus Plastik. Von Stockholm als Startpunkt aus begeben sich alle auf die Reise. Dazu legt man einfach reihum Pfeil an Pfeil auf dem Plan ab. Die Expedition hat jeweils an den Ort erreicht, auf den die vorderste Pfeilspitze zeigt. Manchmal schließt sich der verschlungene Pfad zu einem Ring. Das ist die willkommene Gelegenheit, den nächsten Pfeil an einer beliebigen Stelle des Loops anzusetzen, um weiterzureisen. Ein paar kleine Zuckerln gibt es unterwegs auch. Ist das Etappenziel grün, so gibt es dafür einen kostenlosen zusätzlichen Zug. Rot hingegen bringt einen Reisegutschein. Die drei Expeditionen gehören nicht etwa einem einzelnen Spieler, sondern jeder setzt, wenn er am Zug ist, dort fort, wo es ihm in die Reisepläne paßt. Kein Wunder, daß der Pfad bisweilen seltsame Haken schlägt. Nicht nur, daß jeder Spieler zu den Zielen kommen will, die er auf dem Plan markiert oder als Karten in der Hand hat. Man möchte dazu noch die Mitspieler hindern ihrerseits auf markierte Ziele zu kommen. Dabei sind die Reisegutscheine wertvoll. Der Spieler kann damit eine unerreichbare Zielkarte austauschen. Das ist die harmloseste Möglichkeit. Der Reisebon gewährt aber auch einen Extrazug oder er erlaubt, den vordersten Pfeil einer beliebigen Expedition wegzunehmen. Geschickt mit roten und grünen Zwischenzielen kombiniert kann man einem Mitspieler damit ordentlich den Reiseweg vermasseln. Da investiert etwa einer geduldig in einen Zugang zum fünften Kontinent, auf dem er alle seine Wertungschips gelegt hat. Fast ist er dort. Doch dann hält es ein Mitspieler für nötig, ein wenig mit den kostbaren gelben Zetteln zu zaubern, den indischen Ozean zu queren und die Expedition mitten ins schwarze Afrika zu führen. Einfach, gut durchdacht und spannend. Daß man nebenbei aus dem Kartentext, wenn man ihn denn auch liest, noch einiges über die Wunder dieser Welt lernen kann, ist dabei sicher kein Schaden. Der Schachtel sieht man sofort an, daß sie ein Spiel enthält. Das ist nicht ganz selbstverständlich, denn manchen Hersteller designen mittlerweile ihre Verpackung so modern - oder so billig - daß man nicht ganz sicher ist, ob man darin Pralinen, Stützstrümpfe oder ein abstraktes Zweitausend-Teile-Puzzle vorfindet. Auf der Terra X - Schachtel riecht es nach Freizeit und Abenteuer, vom Jeep mit Seilwinde über die marode schaukelnde Hängebrücke bis zur vollbusigen Allwetter-Gespielin Marke Kathleen Turner, die dem mutigen Expeditionsleiter treu und schwerbepackt zur Seite steht. Wenn man sich erst mal durch die umfangreiche Regel durchgebissen hat hat man an diesem Spiel lange seine Freude. (Tom Werneck) "Terra X" von Wolfgang Kramer, Redaktion: Bernd Dietrich, Graphik: Jo Hartwig, Queen Games, Quenn Carroms, Antwerpenerstr. 4, 53842 Troisdorf, Tel: 02241 / 408063/66, Fax: 02241 /44946, 2 bis 6 Spieler
1985 waren viele spielbegeisterte Familien angetan von der originellen Suche nach exotischen und schon fast ausgestorbenen Tieren auf unserem Globus in dem Spiel ABENTEUER TIERWELT von Wolfgang Kramer. Die Firma Ravensburger hat dieses Spiel leider vor einigen Jahren aus dem Programm genommen. (Wieland Herold)
Spieletelegramm:
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