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Geister
Geistern altern bekanntlich nicht. So auch das gleichnamige Spiel von Alex Randolph, das zwar schon seit ein paar Jahren durch die Spieleläden spukt, dabei jedoch kein bißchen von seiner Spritzigkeit verloren hat.
Dabei kommt "Geister" (Noris Spiele; ca. 30 DM) mit ganzen drei Sätzen Regelwerk aus. In weniger als einer Minute zu begreifen, bietet es geistvolle Unterhaltung für viele Stunden. Auf beiden Seiten tritt eine Schar von je acht Geisterfiguren an, neben vier guten auch vier böse. Unterscheiden lassen sie sich nur von hinten, für den Gegner sehen sie dagegen alle gleich aus. Ein Geist zieht vorwärts, seitwärts oder zurück, jeweils ein Feld weit. Trifft er dabei auf einen gegnerischen Geist, wird dieser geschlagen. Es gibt verschiedene Wege zum Erfolg. Entweder man erwischt alle guten Geister des Gegners, oder dieser schlägt einem alle bösen Geister weg. Die dritte Siegbedingung erfüllt, wer mit einem guten Geist über ein Eckfeld auf der gegnerischen Grundlinie zu entschweben vermag. Aus diesen alternierenden Vorgaben zieht das Spiel seine große Spannung. Läßt sich anfangs noch alles locker verscheuchen, was einem über den Weg läuft, gerät man bald in ein unangenehmes Dilemma. Saust etwa ein gegnerischer Geist auf einen der beiden Ausgänge zu, muß man natürlich versuchen, ihn aufzuhalten. Denn wer kann sich schon darauf verlassen, daß der andere nur blufft? Hat er es aber doch getan und ist mit einem bösen Geist angerückt, droht vielleicht schon beim nächsten Schlagen die Niederlage. Da empfiehlt es sich, ihm erst einmal nur den Weg zu verstellen. Möglichst mit einem bösen Geist, den man selbst nur zu gern geschlagen sähe ... Doch was immer man sich überlegt, was der Gegner sich gedacht haben könnte, nie kann man sicher sein, daß dieser nicht genau dies schon in seine Pläne einbezogen hat. Neben eiskaltem Kalkül bedarf es deshalb auch einer gehörigen Portion Einfühlungsvermögen. Da eine Partie "Geister" selten länger als eine Viertelstunde dauert, schließen sich meist gleich mehrere an. Wenn man nicht aufpaßt, schnell bis zur Geisterstunde. (Jochen Corts)
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