Johnny Controletti

Die Spielewelt braucht schnell zu spielende, seichte Spiele, das ist klar; sei es als Pausenfüller oder als Abschluß eines langen Spieleabends. "Johnny Controletti" von Dominique Erhard gehört da sicher dazu.

Jeder Spieler erhält neun Geldkarten in den Notierungen einmal 5000, zweimal 2000, viermal 1000 und zweimal 0 Mille. Dieses Kapital soll man auf 25000 Mille erhöhen, denn dann hat man gewonnen. Außerdem wird jedem Spieler eine Farbkarte zugeteilt.

Wer nun am Zug ist, bestimmt zunächst einmal mit Hilfe des Farbwürfels, wen er in dieser Runde beschenken will. Diesem Spieler schiebt er verdeckt einige seiner Geldkarten hinüber und der Beschenkte hat nun zwei Möglichkeiten: Akzeptiert er dieses Angebot, so nimmt er die Karten und freut sich oder auch nicht, je nachdem, wieviel Geld er vorfindet.

Glaubt er aber, daß ihm viel zu wenig geboten wird, dann würfelt er mit einem Sechsseiter und deckt die angebotenen Karten auf. Ist der Betrag höher als die mit 1000 multiplizierte Würfelzahl, dann geht das Geld zurück an den Eigentümer und der zweifelnde Spieler muß den selben Betrag noch einmal drauflegen, oder alles was er hat, falls er schon so abgebrannt ist. Es ist auch wichtig zu beachten, daß nicht gewechselt werden darf. Überschüssiges Geld ist verloren.

Stimmen Würfelzahl (mal 1000) und Geldbetrag genau überein, dann nimmt der Spieler das Geld und der nächste ist dran.

Ist aber die Würfelzahl (mal 1000) niedriger als die gebotene Summe, so heißt es für den Bieter nochmals ins Brieftascherl zu langen, denn er muß seinen Karten noch zumindest eine weitere, diese natürlich wieder verdeckt, hinzufügen. Und nun hat der Beschenkte wieder die Wahl, zu nehmen oder zu zweifeln. Im letzten Fall wird dann wieder gewürfelt und alles läuft wie vorhin ab.

Als Trostpflaster für jene, die beim Anzweifeln verlieren, gibt es, nachdem man die Strafe für seine unberechtigten Zweifel bezahlt hat, aus "Tante Carlottas" Sparstrumpf einen Schein. Sind aber alle sechs Scheine weg, dann endet das Spiel, auch wenn es noch keinem Spieler gelungen ist, 25000 Mille anzuhäufen. Daß in diesem Fall natürlich der reichste Spieler gewinnt, ist klar.

"Johnny Controletti" ist, wie Sie aus dieser Beschreibung leicht sehen können, tatsächlich ein Spiel der seichten, schnellen Sorte. Ein bißchen Bluff und ein wenig Menschenkenntnis ist alles, was man braucht. Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang, daß es seit etwa einem Jahr bei Abacus ein sehr ähnliches Spiel gibt, nämlich "Münchhausen". Wer dieses bereits besitzt, kann auf Johnny getrost verzichten.

(Helmut Wresnik)