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Kardinal
Sie sind selten, diese Spiele, die mit wenigen einfachen Regeln die taktischen Fähigkeiten der Beteiligten in höchstem Maße herausfordern. Da gibt es Häuser, Türme und Höfe in den verschiedenen Farben. Sie müssen um den Dom herum gebaut werden. Dabei sind natürlich, wie jeder weiß, der schon tatsächlich einmal gebaut hat, bestimmte Bauregeln zu beachten. Nur, dass es bei Kardinal erfreulich wenige sind. So dürfen z.B. keine zwei gleichen Gebäudetypen nebeneinander stehen oder zwei Gebäude gleicher Farbe nebeneinander sind verboten. Wer eins seiner Gebäude einsetzt, bekommt Punkte in der oder den Farben, die an das gerade errichtete Gebäude angrenzen. Diese Punkte sind später für den Sieg maßgebend. Damit wird man während des Spielverlaufs versuchen, so zu setzen, dass es möglichst zwei, vielleicht aber auch drei Punkte für den Zug gibt. Aber dann ist da noch der Kardinal als neutrale Figur. Er darf von jedem nach seinem Zug auf einen freien Bauplatz gesetzt werden. Solange er dort steht, gilt hier ein Bauverbot. So versucht man, zumindest eine Zeit lang, lukrative Plätze für die Gegner zu blockieren. Die Partie ist beendet, wenn kein Gebäude mehr gesetzt werden kann. Derjenige mit den meisten Siegpunkten gewinnt dann.
"Kardinal" ist nicht nur von den Spielregeln kompakt, sondern auch vom Material. Es ist komplett aus Holz und so intelligent in der Schachtel verpackt, dass das Einpacken schon wieder ein kleines Spiel ist. Nur wer genau Baustein für Baustein nebeneinander legt, bekommt alles wieder zurück in den Karton. Die Jury "Spiel des Jahres" hat "Kardinal" mit der Aufnahme in die Auswahlliste ausgezeichnet.
(Dorothea Hess, Aachener Zeitung) 24 bunte Teile in vier Farben: Häuschen, Klötzchen. Dazu 48 Spielsteine. Nicht mehr und nicht weniger steckt in der Kiste. Etwas für Kleinkinder, denen es Spaß macht, besagte Häuschen und Klötzchen kunterbunt durcheinander zu werfen und wieder aufzubauen, meinen Sie? Von wegen! "Kardinal" ist eine hochtaktische Angelegenheit. Mit besagten Teilen werden wir im Verlauf von etwa einer halben Stunde eine kleine Stadt bauen - und dafür Punkte kassieren. Jeder nimmt die Teile seiner Farbe an sich: zwei Häuser, zwei Türme, zwei Höfe und zwölf Wertungssteine. Der Dom, neutral lila, wird in die Mitte des Tisch gestellt. Der Kardinal, der unserem Spiel den Namen gegeben hat, liegt daneben. Los geht es: Der erste Spieler baut eines seiner Teile direkt an den Dom. Wofür er sich einen Wertungsstein in einer beliebigen Farbe nimmt. Ausnahmsweise. Denn fortan gibt es die Wertungssteine nur in der Farbe des berührten Bauwerks. Will heißen: Wer sein Häuschen neben einen blauen Turm setzt, erhält einen blauen Stein. Einfach Häuschen, Türmchen und Plätze irgendwo anzubauen, das wäre wirklich Kinderkram. Weswegen der Kardinal und Domherr ein paar Bauregeln erlassen hat: Türme und Höfe müssen mit einer Seite ein Haus berühren. Gleiche Bauwerke dürfen nicht nebeneinander gesetzt werden. Verboten ist also ein Turm neben einem anderen Turm. Gleichfarbige Bauwerke dürfen sich ebenfalls nicht berühren. Und es dürfen niemals gleiche Bauwerke nacheinander gebaut werden. Hat ein Spieler also ein Häuschen untergebracht, ist für den ihm nachfolgenden Spieler das Häuschen vorerst tabu. Ach ja, den Kardinal darf derjenige auch noch einsetzen, der gerade am Zug war. Der Domherr wird auf irgendeinen Bauplatz gestellt. Dort darf so lange nicht gebaut werden, bis ein anderer Spieler den Kardinal versetzt. Diese Bauregeln beachtend, wächst unsere Stadt zu einem immer größeren Gebilde zusammen. Und wir sammeln Punktesteine. Manchmal einen einzigen, manchmal sogar zwei oder drei auf einen Schlag, wenn es uns gelingt, ein Häuschen neben mehreren anderen Bauwerken zu platzieren. Das Spiel endet, wenn keiner mehr eines der ihm verbliebenen Teile anbauen kann. Jetzt erhält noch jeder die Wertungssteine seiner Farbe zurück, die im Verlauf des Spiels keinen Besitzer gefunden haben. Was folgt, ist die Wertung: Die Anzahl der Wertungssteine einer Farbe, auch der eigenen, darf man verdoppeln, die restlichen Steine werden dazugezählt. Wer auf die höchste Summe gekommen ist, der hat gewonnen. Unglaublich: Wer hätte gedacht, dass mit ein paar bunten Klötzchen ein derart strategisches Spiel entsteht? Wolfgang Panning, so heißt der Erfinder des Spiels, sei Dank. Da sitzen Erwachsene um einen Tisch herum, stecken die Köpfe über ein paar bunte Holzteile zusammen und tüfteln über den mehrere Wertungssteine bringenden Zug. Spannend ist das Ganze, sehr spannend sogar.(Edwin Ruschitzka, Südwest Presse) Bauspiele besitzen die Faszination des alten Holzbauspielekastens. Material steht zur Verfügung, das zum freien Drauflospielen reizt: Türme bauen, Städtelandschaften errichten, nicht regelgeleitet spielen. Bisher am überzeugendsten umgesetzt wurde diese Spielidee in dem Klassiker "Bausack" (Zoch Verlag). Das Chaos zu bändigen, ist die Aufgabe des Spieleautors. Hervorragend ist dies Wolfgang Panning gelungen, der aus einem Bausatz mit jeweils zwei Häusern, Türmen und Höfen in vier Spielfarben ein hochkarätiges Taktikspiel entwickelt hat. Zwei bis vier Baumeister dürfen sich ins Hochmittelalter versetzen lassen. Städtegründung ist angesagt. Ausgangspunkt im Spiel ist ein Dom, um den herum neue Gebäude entstehen, Wehrtürme und Klosterhöfe. Die Spielspannung ergibt sich aus den Bauregeln. Ein neues Bauerwerk muss an den Dom oder bereits bestehende Bauerwerke angebaut werden. Ohne Spielplan kann sich die Anlage in jede beliebige Richtung entwickeln. Der Dombauherr, ein Kardinal, sperrt bestimmte Bauplätze. Die Kardinalsfigur darf jeder Spieler in seinem Spielzug einsetzen. Gleichzeitig muss jeder ein Bauwerk seiner Farbe errichten. Türme und Höfe müssen dabei mindestens eine Hausseite berühren, Gebäude gleicher Farbe und Form dürfen nicht neben- und nacheinander errichtet werden. Jedes neue Bauteil berührt automatisch mindestens ein weiteres. Für jede Berührung erhalten die Spieler Punktesteine in der jeweiligen Farbe. Das Spiel endet, wenn kein Baustein mehr gesetzt werden kann. Jeder Spieler erhält die noch nicht vergebenen Punktesteine seiner Farbe. Von den gewonnenen Punktesteinen zählt eine Farbe doppelt, alle anderen einfach. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt die Spielrunde "Kardinal". Die scheinbar einfachen Regeln ermöglichen ein äußerst vielschichtiges Spiel, das richtige Platzieren der Kardinalsfigur zum Sperren eines Baufeldes erweist sich häufig als spielentscheidend. "Kardinal" ist nicht nur spielerisches, sondern auch optisches und haptisches Vergnügen. Dem Verlag Holzinsel kann zu dieser Umsetzung des Bauspiels nur gratuliert werden. (Wieland Herold, Alfelder Zeitung)"Kardinal" von Wolfgang Panning, Holzinsel, für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren.
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