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Labyrinth - Das Kartenspiel
"Das müssen Sie durch!", sagt der Verlag ebenso kurz und bündig. Und doppeldeutig obendrein, denn er meint damit die Ravensburger "Labyrinth"-Familie.
Es ist ein Phänomen der jüngsten Spielgeschichte, daß immer mehr Verlage immer häufiger einen Erfolg dazu be-nutzen, weitere Titel in der gleichen Spur mitlaufen zu las-sen. Sie sollen damit auf der Erfolgswelle wenigstens ein Stück weit mitgetragen werden.
Soweit dabei einer Spielidee neue Lichter aufgesetzt wer-den und dadurch neuer Spielspaß eröffnet wird, ist aus der Sicht des Homo ludens nichts dagegen einzuwenden. Aller-dings hatten wir in der Vergangenheit da schon einiges be-mäkeln müssen. Mensch, war das ein Ärger mit den "Mensch ärgere Dich nicht"-Ablegern! Ein Spiele-Autor wie Max J.Kobbert hat allerdings einen guten Namen zu verlieren. Deshalb sind bei den von ihm vorlegten "Nachge-borenen" auch keine Ausreißer zu befürchten.
Natürlich kennt und liebt fast jeder den von ihm geschaf-fenen Neo-Klassiker "Das ver-rückte Labyrinth". Dieses Spiel kann wirklich jung und alt zusammenbringen und be-geistern. Es ist nach wie vor mein Favorit. Das "Junior Labrinth" dagegen erschien mir bei der ebenso genial einfa-chen wie fesselnden Spielstruktur seines Vorfahrens, die auch kleinere Mitspieler schnell durchschauen, ein bißchen überflüssig. Wirklich begeistert war ich dann aber von dem "Labyrinth der Meister". Seine wunderschöne graphische Gestaltung schaue ich mir auch heute noch gerne an. Das "Labyrinth der Ringe" dagegen hat mich persönlich weniger angesprochen.
Als fünftes und kleinstes Sproß der Familie ist jetzt "Laby-rinth. Das Kartenspiel" dazugekommen. Hier hat Max Kob-bert seine Grundidee der zu verrückenden Labyrinthe noch einmal radikal eingedampft. Das Ergebnis bestätigt noch ein weiteres Mal meine Ansicht, daß auch und gerade das Ein-fache fesselnder ist als manch übertrieben raffinierte und komplexe Spielidee. Und schwerer zu machen, wie Brecht einmal gemeint hat, ist das Einfache allemal.
In einer kleinen Schachtel findet man genau fünfzig Laby-rinth-Karten und eine Spielregel. Die Schachtel kann getrost zu Hause bleiben. Ebenso auch die Spielregel, denn wer kennt sie nicht von dem Ursprungsspiel her. Um die Karten ein Gummiband geschlungen - und schon hat man das idea-le Reisespiel, das ideale Spiel für überall und zwischen-durch. Und vor allem für Jung und Alt!
Vier Karten werden zu einem beliebigen Quadrat in Tischmitte ausgelegt. Die Spieler erkennen in den Laby-rinthgängen sofort die altgewohnten Gegenstände und Figu-ren. Den Kelch, den Ring und die Krone, aber auch die Drolle und das Gespenst und die Rüstung.
Zwei Karten erhält jeder Spieler auf die Hand- und schon kann es losgehen. Wer an der Reihe ist und so anlegen kann, daß er einen durchgehenden Weg von eine Schatzkiste etwa zu der anderen schafft, nimmt eine der beiden Karten an sich. Es muß allerdings immer eine Verbindung der Karten untereinander zurückbleiben, sonst darf man die Karte nicht wegnehmen. Natürlich gewinnt, wer zum Schluß die meis-ten Schatzkarten gewonnen hat.
(Bernward Thole) "Labyrinth. Das Kartenspiel" von Max J.Kobbert, Ravensburger, für 2 bis 6 Spieler ab 7 Jahren
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