Make Five

Einer der Überraschungsautoren im letzten Jahr auf der Spiel in Essen war der Luxemburger Jacques Zeimet, der das wunderbare Waagespiel BAMBOLEO beim Zoch-Verlag unterbringen konnte. Die Zusammenarbeit trägt weitere Früchte: In diesem Jahr erschien wieder auf der Essener Spielmesse mit MAKE FIVE ein zweites Spiel des Autors in dem Münchner Verlag.
MAKE FIVE ist eine einfache HYLE-Variante, die auf dem Prinzip eines Chaos- und Ordnungsmachers beruht. Die Nähe zu HYLE wird auch im Grundaufbau deutlich. In beiden Spielen sind 25 Spielsteine in fünf verschiedenen Farben in einem 5x5 Felder Gebiet zu plazieren. Der Pfiff von MAKE FIVE besteht hauptsächlich nur darin, daß die Holzscheiben auf eine schiefe Ebene gebracht werden, eine stabile, hölzerne Ebene mit fünf Rollbahnen.

Zu Beginn des Spieles werden fünf Steine blind aus einem Säckchen gezogen und in beliebiger Reihenfolge auf alle fünf Bahnen verteilt. Spielziel für den Ordnungsmacher ist es, möglichst viele gleichfarbige Steine in eine Reihe zu bekommen. Ab drei Steinen, die nicht zusammenhängend sein müssen, gibt es pro Stein einen Punkt.

Der Spielablauf entspricht dem des Spieles von Eric Solomon. Der Chaosmacher zieht einen Stein aus dem Säckchen und rollt ihn möglichst ungünstig für seinen Gegenspieler in eine der Holzrillen. Danach darf der Gegenspieler einen Stein aus einer beliebigen Reihe entfernen und ihn von oben wieder einrollen. Gespielt wird bis alle 25 Steine gesetzt sind. Der Ordnungsmacher hat am Ende noch einen abschließenden Zug; dann folgt die Abrechnung und die Rollen werden gewechselt. Der Spielsieger steht nach 6 Runden fest, nachdem also jeder dreimal Mustermacher und Chaot war. Ein vorzeitiges Ende, das nur mit ganz viel Glück erreicht werden kann, tritt dann ein, wenn ein Spieler eine optimale Runde mit fünf gleichfarbigen Reihen schafft.

Von der Materialseite her ist MAKE FIVE dem Vorläufer HYLE deutlich überlegen, obwohl das ebenfalls in Essen erschienene HYLE DE LUXE mit seinen großen Säulensteinen durchaus zu gefallen weiß. Spielerisch ziehe ich eindeutig HYLE dem Spiel aus dem Zoch-Verlag vor. Die destruktiven Möglichkeiten des Chaosmachers sind äußerst begrenzt, da er die Scheiben nur in eine der fünf Bahnen einrollen lassen kann. Häufig genug spielt er, wenn er ungünstig zieht, sogar für seinen Gegenspieler. Auch die zufällig gezogene Startsituation bringt Ungerechtigkeiten. Wer Glück hat , besitzt von Anfang an drei oder sogar vier identische Farbsteine auf der Grundlinie. Das ist stets die Basis für einen guten weiteren Aufbau, mit der man mindestens 19 Punkte erzielt. Wir sind dazu übergegangen, in der Startsituation generell von fünf verschiedenen Farbsteinen auszugehen, um wenigstens hier Gerechtigkeit zu schaffen. Der sehr einfache Wertungsmechanismus des Spiels von Jacques Zeimet - bei HYLE bringt eine unterschiedlicher Musterbildung Punkte - trägt nicht zu größerer Spielspannung bei. Das Spiel ist keine Enttäuschung, hat uns aber auch nicht überzeugt. Wir greifen lieber wieder zum alten "Spiel des Aristoteles".

(Wieland Herold)