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Mamma Mia
Mit "Bohnanza" gelang Uwe Rosenberg vor nunmehr zwei Jahren ein großer Hit, der auch bereits über eine erste Erweiterung verfügt. Dass Herr Rosenberg damit aber keinen Glückstreffer gelandet hat und ein glückliches Händchen für Kartenspiele besitzt, soll hier an zwei Neuheiten gezeigt werden.
"Mamma Mia" lässt das Herz jedes Pizzabäckers höher schlagen, denn ums Zubereiten derselben geht es in diesem bei Abacus erschienen Kartenspiel. 2 - 5 Spieler können sich daran versuchen und sollen dazu 8 Pizze backen und servieren. 5 Zutaten stehen dazu zur Verfügung - Oliven, Peperoni, Ananas (igitt!), Salami und Pilze. Wie genau die Pizze belegt werden müssen, ist für die Spieler verschieden und auf den 8 Rezeptkarten zu sehen. Da gibt es z.B. die Sorte mit einer Olive - jedem Spieler ist ein Grundzutat zugeordnet - und vier weiteren Zutaten von einer anderen Sorte. Des weiteren gibt es die Pizza mit je einer Zutat und für besonders Gefräßige die "Bombastica", die zumindest 15 Zutaten enthalten muss, welche, ist dabei egal. Und sozusagen als Überraschung des Hauses gibt es die Pizza Minimale, die neben der Grundzutat nur mit drei Stücken einer weiteren Zutat belegt ist und die Pizza Monotone, auf der man 6 Zutaten einer Sorte findet. Welche, das weiß man aber erst, wenn es zur Auslieferung kommt. Nun gut, also jeder Spieler hat seine 8 gemischten Rezeptkarten vor sich liegen und nimmt die oberste auf die Hand. Danach werden die Zutatenkarten gemischt - je nach Spielerzahl werden einige entfernt - und dann 6 an jeden Mitspieler verteilt. Der Rest bildet den Zutatenstapel. Wer nun am Zug ist, darf beliebig viele Zutaten einer Sorte offen ausspielen. Diese werden offen auf den Pizzastapel gelegt. Danach darf man noch, so man dies wünscht, eine seiner Rezeptkarten dazu legen. Zum Abschluss ergänzt man noch auf sieben Karten, wobei man allerdings entweder nur vom Zutatenstapel oder nur von seinem Rezeptstapel ziehen darf. Dies geht so lange, bis der Zutatenstapel leer ist; dann wird der Pizzastapel ausgewertet. Dazu nimmt ihn ein Spieler auf die Hand und zwar so, dass er die Rückseiten sieht und beginnt, Karte für Karte die Zutaten aufzudecken. Dabei werden gleiche Zutaten zusammengelegt. Sobald die erste Rezeptkarte auftaucht, wird nun geprüft, ob die mittlerweile aufgedeckten Zutaten ausreichen, um die Pizza zu backen. Falls nicht, dann kann der entsprechende Spieler die fehlenden Zutaten aus seiner Hand zuschießen. Kann die Pizza gebacken werden, so werden die Zutaten beiseite gelegt und der Spieler darf diese Pizza als geliefert betrachten. Sind aber nicht alle Zutaten vorhanden, wird das Rezept an den Spieler zurückgegeben - er legt sie unter seine anderen Rezepte - und man fährt mit dem Aufdecken des Zutatenstapels fort. Zu drei der Pizzen muss ich noch etwas erklären: Eine "Bombastica" benötigt, wie oben schon erwähnt, zumindest 15 Zutaten. Zumindest heißt, dass wenn mehr als 15 offen liegen, auch alle verwendet werden. nach einer Pizza Bombastica herrscht also "tabula rasa". Bei der "Minimale" - drei der Zutaten sind nicht bestimmt - muss jene Zutat gewählt werden, von der im Moment am wenigsten offen liegen. Wenn also z.B. der Olivenspieler eine "Minimale" backen will und es liegen zwei Oliven, ein Pilz und drei Salami aus, dann braucht er eine Olive - die Grundzutat - und muss dann 3 Pilze bereitstellen, da von den Pilzen am wenigsten Zutaten ausliegen. Die restlichen zwei Pilze muss der Spieler dann auf jeden Fall aus seiner Hand liefern. Die "Monotoni" besitzt die Grundzutat des Spielers und sechs weitere Zutaten einer Sorte, die der Spieler in dem Moment bestimmen darf, in dem sein Monotone-Rezept aufgedeckt wird. Dass er dabei fehlende Zutaten aus der Hand nachliefern darf, versteht sich von selbst. Ist der komplette Zutatenstapel abgehandelt, werden nicht verwendete Zutaten gleich wieder als neuer Rezeptstapel offen hingelegt und die verwendeten Zutaten werden neu gemischt und für eine zweite Runde bereitgelegt. Nach einer zweiten Auswertung findet das Zutatenauslegen dann noch ein drittes Mal statt und wer dann nach der dritten Auswertung die meisten Pizzen gebacken hat, ist "Pietro Pizzi", der Pizza-Kaiser. Haben mehrere Spieler gleich viele fertiggestellt, so entscheidet die Anzahl der auf der Hand verbliebenen Zutaten. Ein gutes Gedächtnis schadet bei "Mamma Mia" ganz sicher nicht, doch das Allheilmittel ist es auch nicht, da hat der Autor mit den drei Pizzen "Bombastica", Monotone" und "Minimale" schon vorgesorgt. Und wenn es doch jemand versuchen will, dann bringt man ihn mit einigen italienischen "Sagern" ganz einfach aus der Konzentration - die Konkurrenz ist hart! "Mamma Mia" ist mit Sicherheit der nächste Hit, den Uwe Rosenberg gelandet hat. Es besitzt völlig neue Elemente und macht, wie schon erwähnt, nur dann nicht so richtig Spaß, wenn es jemand zu bierernst nimmt und sich alles zu merken versucht. Wie man einen solchen Spieler aber ganz leicht "bekehren" kann, habe ich oben schon angedeutet. (Helmut Wresnik, Spielerei)
Pizzabestellungen gilt es mit dem richtigen Belag zu versehen. Wer die meisten Bestellungen ordnungsgemäß erfüllt hat, gewinnt als bester Pizzabäcker dieses sehr originelle Spiel. Jeder Spieler erhält einen Stapel mit unterschiedlichen Auftragskarten. Da gibt es z.B. die Pizza mit Salami und Ananas oder mit Oliven und Pepperoni mit jeweils fünf Zutaten oder gar die Bombastica mit mindestens 15 verschiedenen Zutaten.
Man zieht verdeckt eine seiner Bestellkarten und erhält sechs weitere Zutatenkarten. Wer an der Reihe ist, darf eine beliebige Anzahl gleicher Zutatenkarten auf dem sogenannten Pizzastapel ablegen (z.B. drei Ananas) und/oder eine Bestellkarte. Danach ergänzt man wieder seine Karten. Dann legt der nächste Karten auf dem Pizzastapel ab. Sobald die Zutatenkarten verbraucht sind, erfolgt eine Auswertung des Pizzastapels. Taucht eine Bestellung auf, überprüft man, ob die richtigen Zutaten vorher gelegt worden sind. Ist das der Fall, hat der Spieler die Bestellung erfüllt. Fehlen noch Zutaten, darf er sie aus seinen Karten, die er noch auf der Hand hat, ergänzen. Auch dann ist der Auftrag erfüllt. Zutaten aus erfüllten Aufträgen bilden den neuen Zutatenstapel.
Zutaten, die nach der Zwischenwertung nicht verbraucht sind, bleiben für die nächste Runde liegen. Ist der Zutatenstapel zum dritten Mal verbraucht, endet das Spiel. Sieger ist, wer die meisten Bestellungen ausführen konnte.
Mamma Mia! ist ein flottes und turbulentes Spiel, bei dem man kaum den völligen Überblick über die ausgespielten Karten behalten kann. Deshalb muss man den Mut haben, zwischendurch eine Bestellung abzulegen und zu hoffen, dass es mit den Zutaten schon irgendwie klappen wird, weil möglicherweise die Mitspieler etwas übersehen haben. Mamma Mia! ist ein empfehlenswertes Horsd'oeuvre oder Dessert für ein Spieledinner.
(Dorothea Hess, Aachener Zeitung) "Mamma Mia!" von Uwe Rosenberg, Abacus, für 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren.
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