
|
Nobody is Perfect 2
Die sogenannten "Kommunikationsspiele" erleben seit fast zehn Jahren einen ununterbrochenen Boom. Bahnbrecher war "Trivial Pursuit" (Parker). Unter den Produkten deutschsprachiger Verlage stehen "Activity" (Piatnik) und "Nobody is perfect 2" (Ravensburger) auf der Beliebtheitsrangliste auf den beiden obersten Plätzen. Erfolg aber ruft nach Wiederholung: Aus diesem Grund werden die Fangemeinden der einzelnen Titel jedes Jahr mit neuen Versionen beglückt. "Nobody is perfect 2" macht da keine Ausnahme.
Das Spielprinzip von "Nobody is perfect 2" ist, wie bei dieser Gattung üblich, äusserst einfach und schnell zu begreifen. Diese Spiele leben ja nicht von der taktischen oder strategischen Herausforderung, die eine Autorin oder ein Autor in sein Werk verpackt hat, sondern einzig und allein von der Kommunikation unter den Teilnehmenden. Was das Spiel dann wert ist, hängt deshalb davon ab, wieviel jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer von ihrer oder seiner Pers_nlichkeit in die Runde hineingeben will. Sitzen Leute am Tisch, die darauf warten, dass etwas passiert, sind sie fehl am Platz oder das Spiel ist für sie ungeeignet. Das sollte man bedenken, wenn man zu einer Runde "Nobody is perfect 2" einl_ädt: Introvertierte Menschen haben an solchen Spielen keinen Spass. Wer aus sich heraus gehen kann und will, jedoch schon. Bei "Nobody is perfect 2" geht es darum, seine Mitspieler mit falschen Antworten aufs Glatteis zu führen. Wer an der Reihe ist, nimmt eine Karte und liest eine der drei darauf enthaltenen Fragen vor. Zum Beispiel: "Benjamin Franklin war der erste, der in den USA ...?". Nun schreiben die anderen eine möglichst glaubwürdig klingende falsche Antwort auf ihr Spielblatt. Der Frager oder die Fragerin steckt die Karte in den sogenannten "Entlarver", der die richtige Ergänzung preisgibt. In diesem Falle lautet sie "... der eine Badewanne besass." Der Spieler, der an der Reihe ist, sammelt die Spielblätter ein, legt seines mit der richtigen Antwort dazu, mischt sie und liest dann vor, was alle geschrieben hat. Auf Kommando legen nun alle ihren Tipstein auf das Tipfeld mit dem Buchstaben, hinter dem man die richtige Antwort vermutet. Wer richtig getippt hat, darf zur Belohnung mit seiner Spielfigur zwei Felder vorrücken. Für jeden Mitspieler aber, den man mit seiner falschen Antwort geleimt hat, geht es gleich drei Felder vorwärts. Es zahlt sich also aus, wenn man seine Antworten so formuliert, dass sie ganz knapp an der Wahrheit vorbeigehen. Bei den sogenannten "Floptip"-Feldern muss man keine Ergänzung abgeben, sondern nur entscheiden, ob die aufgestellte Behauptung wahr oder unwahr ist. Unter anderem auf diese Frage: "Ist es wirklich wahr, dass die Schweiz und England bis 1961 dieselbe Melodie bei ihrer Nationalhymne benutzten?" Kein Problem für uns Schweizer, den richtigen Tip abzugeben. Aber dann raten sie mal: Ist es wahr, dass eine Moskito immer noch fliegen kann, auch wenn sie das Zweieinhalbfache ihres Körpergewichts an Blut gesaugt hat? (Synes Ernst)
Name: "Nobody is perfect 2"
|