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Papperlapapp
Schon Mitte des 18.Jahrhunderts sagte man "Paperlapap!", wenn jemand allzu großen Unsinn redete. Da das aber nichts half und sich im nächsten Jahrhundert das allgemeine Ge-schwätz offensichtlich noch steigerte, fügte man dem lautma-lerischen Schallwort noch zwei weitere "p"-s hinzu. "Papper-lapp" fand Eingang vor allem in die leichtere Dichtung, in die komische Oper, die Posse, aber auch das Märchen -und von daher bis zum heutigen Tag in den allgemeinen Sprach-gebrauch.
"Papperlapapp" soll man allerdings bei dem gleichnamigen Spiel nicht verzapfen, sondern vielmehr allgemein akzeptierte Worte finden. Gespielt wird mit 120 Wort-Bild-Karten, Karten also, die ein Bild und ein dazu passendes Wort zeigen. 16 die-ser Karten werden offen zu einem Quadrat ausgelegt. Und 17 Karten werden an die Spieler ausgeteilt und von diesen als verdeckter Stapel vor sich aufgebaut.
Zu Beginn empfiehlt sich die Variante "Wortspiel". Dabei nehmen alle Spieler gleichzeitig die oberste Karte ihres ver-deckten Stapels auf und versuchen, aus diesem Wort und ei-nem Wort des Auslage ein neues, zusammengesetztes Wort zu bilden. Wer das "Wortkette" kennt und viel gespielt hat, be-sitzt hier natürlich einen unschätzbaren Trainingsvorsprung.
Eines ist allerdings anders als bei der "Wortkette". Es ist nämlich erlaubt, beim Zusammensetzen der beiden Worte ei-nen Buchstaben hinzuzufügen oder auch wegzulassen. Ein Beispiel? Aus "Kirche" und "Maus" wird eine "Kirchenmaus". Schwieriger ist das allerdings am Anfang mit dem Weglassen. Wieder ein Beispiel: aus "Eis" und "Land" wird mit ein biß-chen Übung und Hirnschmalz ganz schnell "Island".
Die beiden Karten, dir für das neue Wort verwendet wurden, stapelt der stolze Spieler vor sich aus, damit sie bei der End-auswertung allgemein akzeptiert werden. Ist das nicht der Fall und das neue Wort als Quatsch entlarvt, heißt es ebenso gna-denlos wie einfach: "Papperlapapp!". Mit einer Karte seines verdeckten Stapels füllt der Spieler die entstandene Lücke aus, mit einer zweiten setzt er das Spiel fort.
Die Variante "Bilderspiel" finde ich ungleich schwieriger. Un-ter der Bezeichnung ""Brett" wird da etwa ein Stück Holz abgebildet. Phantasiebegabte sehen aber spontan kein Brett sondern eine Latte. Mit ihrer Karte "Dach" haben sie im Handumdrehen, pardon: im Hirnumdrehen eine "Dachlatte" kreiert. Wie heißt es doch so schön im Untertitel des Spiels: "Worte und Bilder" machen's noch wilder!"
Natürlich sind bei dieser Variante "Bilderspiel" Tür und Tor weit offen für jede Art von Papperlapapp. Aber da müssen die Spieler bei der Abstimmung auch ein wenig toleranter sein und sich gegenseitig einen größeren Spielraum bei der Zuord-nung von Wörtern zugestehen. Es ist halt eindeutig die Varian-te für phantasiebegabte Spieler.
"Mit "Papperlapapp" hat Michael Schacht aus der altbekann-ten "Wortkette" ein rundum empfehlenswertes Familienspiel gemacht. Wo der Spaß am Wortspiel nicht gleich da ist, kann er sich durchaus über das Spielen einstellen. Einziger Kritik-punkt: die Schachtel des Spiel ist schon ein bißchen arg groß geraten. Schließlich will man ja nicht Luft, sondern ein gutes Spiel einkaufen. Das ist hier allerdings auch drin.
(Bernward Thole) "Papperlapapp" von Michael Schacht, Goldsieber, für 2 bis 8 Spie-ler ab 7 Jahren.
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