Quixo

Am liebsten möchte man die 25 Holzwürfel gleich in die Hand nehmen und mit ihnen spielen oder etwas bauen: "Quixo" braucht keine marktschreierische Ausstattung, um auf sich aufmerksam zu machen. Mit seinem qualitativ wertvollen Material lädt es direkt zum Spielen ein. Gut, dass es da nicht noch die Hürde eines langen Regelstudiums vom Beginn abhält. Ein paar wenige Erklärungen braucht es, und schon kann es losgehen.
Gespiel wird auf auf einem runden Spielbrett aus Kunststoff. Diese Frisbee-Scheibe ist von Material und Farbe her eine Scheusslichkeit sondergleichen, was auch zur Folge hat, dass man "Quixo" nicht wie ähnliche Spiele dieser Art als Designer-Stück in seinem Wohnraum offen aufstellen kann. Schade, aber der Qualität des Spiels tut's glücklicherweise keinen Abbruch. Zu Beginn des Spiels liegen die 25 Holzwürfel mit der neutralen Seite nach oben auf dem Brett. Es wird ausgelost, wer mit welchem Zeichen, Kreis oder Kreuz, spielt. Kreis beginnt. Wer an der Reihe ist, nimmt einen der neutralen oder eigenen Steine, die auf den 16 Randfeldern liegen, und schiebt ihn in eine der offenen Reihen. Bei dieser Bewegung werden eigene oder andere Steine verschoben. Hat man mit einem neutralen Stein gespielt, so dreht man im Verlauf des Zuges so, dass entweder Kreis oder Kreuz nach oben kommen. So wird er zum eigenen Stein, der für die Mitspielerin oder den Mitspieler tabu ist. Gewonnen hat, wer als erster eine waagrechte, senkrechte oder diagonale Reihe aus fünf eigenen Steinen vorweisen kann. Dabei kann es vorkommen, dass der gegnerische Spieler einem zu diesem Sieg verhilft.
Die Idee von "Quixo" ist alt. Das Bilden von Reihen, während man andere gleichzeitig daran hindert, das gleiche zu tun, gehört zu den taktischen Grundaufgaben, die von Spielautoren immer wieder in neuen Variationen verwendet wird. In der reinen Form sind sie als "Gobang" oder "Gomoku", besonders beliebt ist "Vier in einer Reihe", das in einer sehr spielerischen Form in die Welt der Taktik-Spiele einführt.
"Quixo" fällt nicht nur durch sein Material auf. Es unterscheidet sich von anderen Spielen dieser Art dadurch, dass die Pläne, die man sich zu einer Gewinnstrategie zusammengeschustert hat, immer wieder durchkreuzt werden, wenn der (liebe) Mitspieler Steine aus sorgsam aufgebaute Reihen wegschiebt. Ein Überraschungselement, das gewiefte Taktiker allerdings durch ihr Können auf ein Minimum reduzieren ...

(Synes Ernst)

Titel: "Quixo"
Autor: Thierry Chapeau
Verlag: Gigamic/AGM Müller
Gattung: Taktikspiel
Für: zwei oder vier Spieler (Team), ab 12 Jahre