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Stack
Es ist an der Zeit, daß ich dieses Geständnis einmal loswerde: Ich liebe kleine Spiele-Läden. Im Gewirr unserer Städte sind sie oft nur schwer zu finden, zwischen all den immer gleichen Drogeriefilialen mit ihrem kollossalen Angebot an Reinigungsmitteln und Kosmetika und den unzähligen Klamottenläden (mein Gott, wer soll das nur alles kaufen und dann auch noch anziehen?!).
Und dann leuchtet da plötzlich so ein kleines Juwel aus all der Uniformität unserer heutigen Einkaufsmeilen heraus und lädt unwiderstehlich zum Entdecken ein. Fast immer findet man dort etwas Besonderes, das kein Kaufhaus je in seine Regale nehmen würde.
In unserer Nachbarstadt, die auch eine Universität hat, aber keine ist, spürte ich kürzlich in Stadtmitte einen solchen Laden auf, engagiert geführt und mit einem Angebot, bei dem man sofort die Liebe zum Spiel in all seinen Facetten spürt. Beim Kramen in den Regalen fand ich ein amerikanisches Spiel, das vor Jahren in USA als bestes Familienspiel ausgezeichnet wurde und durch seine eigenwillige Präsentation meine Aufmerksamkeit erregte. Auf einem quadratischen Karton, schwarz und recht massiv, leuchtet der Titel in bunten Farben: "Stack. Das strategische Würfelspiel". Drinnen ein grünes Netz mit schönen Würfeln in frischen Farben: genau 4 x 14 Würfel in den Farben gelb, blau, rot und grün. Einen Spielplan braucht man für dieses Spiel nicht, dafür aber eine nicht zu glatte Tischfläche, besser noch eine Filz-Spieledecke, die eigentlich in jedem besseren Haushalt zu finden sein sollte. Jeder Spieler nimmt einen Satz Würfel in beide Hände, schüttelt sie durch und läßt sie auf den Tisch fallen. Viele, viele Würfel liegen da nun, ein hübsches Bild, das sofort eine spielerische Athmophäre erzeugt. Aber was wird nun gespielt in und mit diesem Würfelchaos? Es geht schlicht darum, die Würfel zu Türmchen aufzuschichten und auf diese Weise Punkte zu machen. Dabei gilt: Man setzt reihum einen eigenen Würfel auf den eines Gegners mit übereinstimmender Würfelzahl. Dem obersten Würfel gehört jeweils der Turm und bringt am Ende soviele Punkte, wie er obendrauf anzeigt. Hat man keine geeignete Würfelzahl zur Verfügung, darf man einen beliebigen, noch nicht verbauten Würfel nehmen und damit sein Glück versuchen. Die neue Augenzahl muß allerdings in jedem Falle sofort und unmittelbar verbaut werden. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist das Ergebnis nicht immer erfreulich für den Spieler. Das mit dem Aufschichten geht am Anfang noch problemlos. Bald merkt man aber, wo der eigenliche Pfiff des Spiels liegt: Für die Türme sieht die Regel eine maximale Höhe von 4 Würfeln vorgesehen. Dann ist dieser Turm sicherer Besitz des Spielers, dem der oberste Würfel gehört. Damit wird natürlich der dritte Würfel sofort zum Problem. Am besten lege ich ihn erst, wenn keine Gefahr besteht, daß er zum Königsmacher wird. Aber selbst das ist nicht sicher, denn jeder Würfel kann jederzeit von den Mitspielern überbaut werden. Außerdem kann jeder Spieler ja auch noch nachwürfeln. Das Böse lauert halt überall. "Stack" ist tatsächlich ein durchaus nettes Familienspiel, ein heißer Tip für alle, die ein besonderes Geschenk suchen, das Spielwitz hat und obendrein ein apartes Outfit. (Bernward Thole)
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