Dem Spiel ist kein Thema fremd. Selbst Welten, die Lichtjahre von uns entfernt sind, können spielerisch erfahren werden. Zum Beispiel mit "Sterneföifi".
Das allabendliche Auftauchen des Kometen Hale Bopp - war es nun ein Jahrhundertereignis oder gar ein Jahrtausendereignis? Der helle Stern mit seinem Schweif, der auf der nördlichen Erdhälfte noch bis zum 10. Mai sichtbar ist und dann für über 2000 Jahre oder auf immer verschwinden wird, hat Millionen von Menschen in seinen Bann gezogen.
Möglicherweise hat der Planet auch Interesse für Astronomie geweckt, für die Frage, was sich denn da oben abspielt, Lichtjahre von uns entfernt. Ein möglicher Zugang zu dieser phantastischen Welt ist sicher das Beobachten mit Feldstecher oder Fernrohr, ein anderer die Lektüre von Fachbüchern und schließlich ein dritter das Spiel. Diese Vorstellung sollte nicht stutzig machen, läßt sich über das Spielen jede reale oder auch nur denkbare Wirklichkeit erfahren, seien es Beziehungen zwischen Menschen oder aber technische Entwicklungen.
Eine Reihe von Spielen
Die Welt der Sterne ist das Thema von "Sterneföifi" aus der Spielwerkstatt Murmel in Zürich, die sich unter anderem auch mit dem bekannten Spiel "Burejahr" einen Namen gemacht hat. "Sterneföifi" ist nicht ein einzelnes Spiel, sondern eine Sammlung von Material für eine ganze Reihe von Sternstunden. Blickfang ist der Sternenhimmel, wie er vom nördlichen Teil der Erdhalbkugel aus zu sehen ist, wobei das wie ein Puzzle zusammensetzbare Spielfeld vorne den Sommer- und hinten den Winterhimmel zeigt.
Castor und Pollux
Wer die Verpackung von "Sterneföifi" öffnet, wird vielleicht die Nase rümpfen, weil ihm unter anderem ein Begleitheft über "Sternbildmythen" ins Auge sticht. Ein Lernspiel? Keine Angst! Begleitheft und zwei Spiele zum Einstieg haben zwar einen pädagogischen Charakter, bei den übrigen überwiegt das spielerische Element ganz eindeutig. Abgesehen davon - wem macht es nicht auch Spaß, wenn man die Grosse Bärin auf Anhieb findet oder weiß, daß die beiden hellen Stern dicht nebeneinander Castor und Pollux heißen?
Das "Murmel"-Team hat in "Sterneföifi" eine ganze Reihe von bewährten Spielideen verpackt, unter anderem Kartenspiele, Memory-Spiele, bei denen ein gutes Gedächtnis gefragt ist, kooperative Spiele sowie ein Strategiespiel "Astro-Logik", das sehr viel Konzentration und Ausdauer erfordert. In Gruppen lassen sich auch Satelliten entdecken, und schließlich gibt es Varianten, bei denen es zu Wettrennen zwischen Wolken und Sternen kommt.
Es wäre ein Wunder, hätte der Komet Hale-Bopp nicht auch bei den "Sterneföifi"-Machern Spuren hinterlassen und sie zu neuen Ideen angeregt: Vor kurzem sind zwei neue Varianten auf den Markt gekommen. Bei beiden geht es darum, während des Spiels den Kometen zu entdecken und anschließend möglichst schnell alle Sternbilder entlang seiner Bahn mit Sternen zu füllen, bevor die aufziehenden Wolken dies verunmöglichen.
Hale Bopp wird bald vom Abendhimmel verschwinden. Bleiben werden aber der Polarstern, der Arkturus, Cassiopeia und die Wega im Sternbild der Leier. "Sterneföifi" bringt uns die nächtlichen Begleiter näher, spielerisch und nicht mit erhobenen Zeigefinger. So macht der Einstieg in die Astronomie Spaß.
(Synes Ernst)
Sterneföifi, Spielwerkstatt Murmel, Postfach 6152, 8023 Zürich (Tel. 01/242 17 18), Preis: Fr. 75.—
Besonderes: Die Spielwerkstatt möchte sich auf eine andere finanzielle und wirtschaftliche Basis stellen. Wer Interesse an Aktien hat, kann sie an der oben angegebenen Adresse melden.