Tick...tack...bumm!

"Tick ... tack ... bumm!" ist ein Wortspiel für schnelle Denker Niemand weiss, wann die Bombe losgeht. Diese Unsicherheit verleiht dem Wortspiel "Tick ... Tack ... Bumm!" eine besondere Spannung und Tempo. Das Spiel eignet sich deshalb auch Runde, die bis zu einem Dutzend Personen umfassen. Um "Tick ... Tack ... Bumm!" habe ich längere Zeit einen grossen Bogen gemacht. Ein Spiel mit einer Bombe, wo doch in Wirklichkeit immer wieder Bombenattentate verübt werden, denen Menschen wahllos zum Opfer fallen! Diesen Abwehrreflex erlebt man immer wieder, wenn "Tick ... Tack ... Bumm!" auf den Spieltisch kommt: "Nein, wie geschmacklos!"

Dann folgt die grosse Überraschung: Kaum ist die Verpackung geöffnet und das Spiel erklärt, geht es mit Feuereifer an die Sache, wird nach Worten gesucht, rasch, rasch, die Bombe tickt und geht plötzlich los, worauf ein befreiendes Lachen erschallt - das verflixte Spiel erobert die Menschen im Nu, niemand entgeht seiner Faszination.

"Tick ... Tack ... Bumm!" ist ein einfaches Wortspiel. Ein Spieler wirft einen Spezialwürfel, der anzeigt, wo sich die Buchstabengruppe, die durch eine Buchstabenkarte vorgegeben ist, im genannten Wort befinden muss. Dann setzt er die Bombe in Betrieb, die nun laut zu ticken beginnt. Wann sie losgeht, ist nicht bekannt. Die Vorlaufzeit variiert von Runde zu Runde. Wer die Bombe in der Hand hat, muss nun möglichst rasch ein Wort nennen, welches die Anforderungen der aufgedeckten Buchstabenkarte erfüllt. Kann er ein solches Wort nennen, gibt er die tickende Bombe an seine Nachbarin oder seinen Nachbarn weiter. Dieser versucht nun möglichst rasch, mit der gleichen Buchstabengruppe ebenfalls ein richtiges Wort zu nennen, um seinerseits die Bombe loszuwerden. Dabei ist wichtig, dass sich kein Spieler weigern darf, die Bombe zu übernehmen.

So geht das verrückte Wortspiel weiter, bis die Bombe platzt. Wer zu diesem Zeitpunkt das schwarze Ding in der Hand hat, muss die de Buchstabenkarte zu sich nehmen. Wer am Schluss am wenigsten solcher Karten bei sich hat, ist Gewinner.

Den jeweiligen Spielrunden ist freigestellt, welche Worte sie gelten lassen, zum Beispiel auch Eigennamen, Markennamen, Fremdworte, Umgangssprache. Ein Wort, das in einer Runde bereits vorgekommen ist, darf nicht nochmals genannt werden. Hat der Nachbar jedoch in diesem Fall die Bombe im Übereifer schon übernommen, darf er sie nicht zurückgeben.

Viele Menschen meiden Wort- und Sprachspiele, weil sie Angst davor haben, sich zu blamieren. Die Folgen eines miserablen Deutschunterrichts sind halt noch lange zu spüren. Viele wollen sich auch nicht in der Art und Weise exponieren, wie das die sogenannten Kommunikationsspiele verlangen, zu denen die Wortspiele gehören. "Tick ... Tack ... Bumm!" kümmert sich nicht um solche Ängste: Der in einer Bombe verpackte Zeitmesser macht aus einem trockenen Wortspiel ein pfiffiges Aktionsspiel, das alle in einer Spielrunde mitreisst. Selbst jene, die von Natur aus eher zurückhaltend sind.

(Synes Ernst, Apero/Neue Luzerner Zeitung, 25. März)