Und Tschüss

Es ist bei Gott nichts spektakuläres, dieses kleine Kartenspiel und doch macht es großen Spaß, zapft es doch unsere niedrigsten Instinkte an, läßt unverhohlene Schadenfreude aufkommen, wenn jemand knapp vor dem Ziel, einen großen Punktegewinn vor Augen, doch noch scheitert. Einfach herrlich so etwas, zumindest solange man nicht selbst davon betroffen ist.
Zahlenkarten mit Werten zwischen Minus 10 und Plus 15 werden zu Beginn jeder Runde aufgedeckt und zwar um eine weniger als Spieler beteiligt sind. Um diese, beginnend mit der kleinsten, wird nun geboten und da nur diese Zahlenkarten am Ende Punkte bringen, sollte man tunlichst nur die höchsten ersteigern.

Gleichzeitig legen alle eine Karte ab. Wer die niedrigste gespielt hat, scheidet aus und nimmt die versteigerte Zahlenkarte, nicht immer gerne, da sie ja auch Minuspunkte einbringen kann. Und schon folgt die nächste Versteigerung. Dabei werden auch die bisher von jedem Spieler gespielten Karten mitberücksichtigt.

So läuft das nun, bis nur mehr zwei Spieler und eine Zahlenkarte übrig bleiben, die höchste der zu Beginn aufgedeckten. Und da bleibt dann halt einer der beiden auf der Strecke, so kurz vor dem Ziel und erhält gar nichts – und Tschüss!

Doch bevor allzuviel Schadenfreude um sich greifen kann, ergänzt jeder seine Handkarten, neue Zahlenkarten werden aufgelegt und die Versteigerung kann erneut beginnen. Und wer dann am Ende die meisten Punkte ersteigert hat, darf sich freuen.

(Helmut Wresnik, Kärntner Tageszeitung, März 1998)

"Und Tschüss" von Martin Wallace, Goldsieber, für 4 – 6 Spieler ab 10 Jahren.