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Vertikado
Bau- und Geschicklichkeitsspiele erleben derzeit einen richtigen Boom. "Vertikdado", ein neues Produkt aus der Schweiz, kommt beim interessierten Publikum auf Anhieb an. Das hat seine Grunde.
Lange blieben sie Kindern vorbehalten, dann nahmen sich kleinere Verlage, die meist aus der alternativen Szene stammten, ihrer an, doch als das originelle Bauspiel namens "Bausack" von Klaus Zoch - das man Liebhaberinnen und Liebhabern dieser Spielegattung uneingeschrankt empfehlen kann - in den USA von einem Spielzeugriesen auf den Markt gebracht wurde, war der Durchbruch geschafft: Bau- und Geschicklichkeitsspiele zahlen zu den Spielegattungen, die beim Publikum besonders gut ankommen. Titel, wie beispielsweise "Jenga", gehoren mittlerweile zu den Umsatzrennern. Die Grunde fur diesen Aufstieg aus einem Schattendasein auf einen Spitzenplatz in der Hitparade der beliebtesten Spiele sind mannigfaltig. Sicher spielt dabei das Material eine grosse Rolle. Holz zu beruhren ist angenehmer als Kunststoff in die Hande zu nehmen, zudem vermittelt Holz einen soliden und wertbestandigen Eindruck. Kommt hinzu, dass die Bau- und Geschicklichkeitsspiele keine langen Erklarungen brauchen und somit ein schneller Einstieg in den Spielspass moglich ist, den solche Spiele immer wieder vermitteln. Schliesslich darf man einen emotionalen Aspekt wohl auch nicht vergessen, die Tatsache namlich, dass Bauspiele Erinnerungen an die Kindheit wecken, wo Bauen zu den liebsten Beschaftigungen gehorte. Bauen und Mikado Aus diesen Gründen wird auch "Vertikado" seinen Weg machen. Der Name des vom Informatiker Frank Bucher und in der Eingliederungsstatte "hospi" in Gwatt bei Thun hergestellten Spiels deutet an, dass hier zwei Spielelemente miteinander verbunden sind, das Bauen in die Hohe (Vertikale), und das Geschicklichkeitsspiel Mikado, also das Wegnehmen von Teilen, ohne dass sich das Ganze bewegt. Damit ist auch schon das Spielprinzip erklart: "Vertikado" besteht aus ingesamt 64 runden Holzstaben, von diesen sind je sechs von null bis neun numeriert und vier als Joker mit einem Stern gekennzeichnet. Ziel des Spiels ist es, beim Bau eines moglichst hohen Stapels moglichst viel Punkte zu sammeln. Das ist, wie immer bei solchen Spielen, einfacher gesagt, als getan. Bei "Vertikado" vor allem deshalb nicht, weil zum Herausnehmen der Rundholzer nur eine Hand gebraucht werden darf. Wer an der Reihe ist, muss mindestens einen Stab aus den unteren sechs des zu Beginn acht Etagen umfassenden Bauwerkes herausziehen. Wer will, kann sich noch einen zweiten Holzstab nehmen. Fallt beim ersten Stab ein zweiter aus den unteren Etagen auf den Tisch, so muss man diesen akzeptieren, was unter Umstanden uber Sieg oder Niederlage entscheidet. Der Witz von "Vertikado" besteht namlich darin, dass die auf den Staben aufgedruckten Zahlen die Anzahl Punkte ergibt, die man pro Runde ergattern kann. Ein Beispiel: Stab 4 und Stab 7 ergeben 47 Punkte, Stab 0 und Stab 3 jedoch nur 3 Punkte. Beim Joker winken 100 Punkte Bonus. Fallen wahrend des Ziehens Stabe von den beiden obersten Etagen auf den Tisch, so werden deren Punkte abgezogen. Alle Stabe, die sich nach dem Ziehen ausserhalb des Stapels befinden, müssen nach der Abrechnung wieder oben drauf gelegt werden. Damit wachst das Bauwerk immer weiter in die Hohe, theoretisch 26 Etagen hoch. In der Praxis ist das selten der Fall, denn meistens geht die Runde mit einem Einsturz zu Ende. Wer diesen provoziert hat, muss in seinem Punktekonto Abstriche machen. Die Idee, die Stabe mit Zahlen zu versehen, gibt dem Bau- und Geschicklichkeitsspiel "Vertikado" einen besonderen Kick: Sie zwingt Spielerinnen und Spieler zu Risiken, die das Spiel sehr spannend machen. Zudem wird der Aufforderungscharakter enorm gesteigert: Immer und immer wieder beginnt man neue Runden in der Hoffnung, diesmal noch mehr Punkte zu erzielen. So verfliegen ganze Abend im Nu. Für ein Spiel kein schlechtes Zeichen. (Synes Ernst) "VERTIKADO" von Frank Bucher, Eingliederungsstatte hospi, Gwatt, 2 bis 4 Personen ab 8 Jahren
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