Gefördert: „Spielen ist Kultur - Kultur macht Schule“ an der Integrierten Gesamtschule Pellenz

Zwischenbericht im März 2019

Das Projekt war in drei Phasen geplant und ist so auch durchgeführt worden:

Zunächst war bereits im Vorfeld der Antragsstellung mit Kolleginnen und Kollegen aus mehreren Fächern (u.a. Mathematik, Fremdsprachen, Geschichte, Erdkunde) eine Liste von bekannten Brett- und Kartenspielen angelegt worden, die sich für den Einsatz im Unterricht vermutlich eignen würden. Nach Bewilligung des Projekts wurden daher zunächst Spiele gekauft und ausgehend vom Planungsteam weitere Kolleginnen und Kollegen der entsprechenden Fächer angesprochen und zum Spielen nach dem Unterricht eingeladen. Auf diese Weise entstand im Laufe des ersten Projektjahres ein abgesehen von besonders stressigen Phasen im Schuljahr recht regelmäßige Spielerunde im Lehrerzimmer jeweils freitags nach der 6. Stunde. Insgesamt ist so an unserer Schule eine Gruppe von ca. 12 Lehrerinnen und Lehrern unterschiedlichster Fachrichtungen entstanden, die alle regelmäßig Spiele im Unterricht einsetzen. 
Im Rahmen der Projektwoche im Mai 2018 fanden zwei Projekte statt, die sich mit Spielen beschäftigten. Im ersten Projekt erkundeten Schülerinnen und Schüler die Funktionsweise und den Aufbau von Escape Rooms, um anschließend selbst einen Raum zu bauen. Im zweiten Projekt analysierten und verglichen Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse sowie der Oberstufe analoge und digitale Spiele zum Ersten Weltkrieg (u.a. Les Poilus, Diplomacy, Battlefield 1). Dieses Projekt endete dann mit einer Exkursion nach Verdun, um die Darstellungen in den Spielen vor Ort, insbesondere, was die Erfahrungen und den Alltag der Soldaten an der Front betrifft, zu untersuchen.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs ging das Projekt im August in die zweite Phase. Am 22. August und am 11. September fand in zwei jeweils vierstündigen Workshops eine Einführung in die Spielentwicklung statt. Als Referenten konnten wir Till Meyer von Spieltrieb gewinnen, der jahrelange Erfahrung in der Entwicklung von Spielen im pädagogischen Bereich hat. Die Workshops hatten einen doppelten Fokus: zum einen das Entwickeln von Spielen durch Lehrerinnen und Lehrer, sowie zum anderen das Entwickeln von Spielen als „Lernprodukt“ statt eines Plakats oder einer Präsentation durch die Schülerinnen und Schüler. 

In der Folge dieser Workshops wurden in der dritten Projektphase in einigen Fächern wie Spanisch und Ethik Brettspiele als Lernprodukte durch Schülerinnen und Schüler entwickelt. Eigene Spielentwicklungen durch Schülerinnen und Schüler (Prototypen) entstanden auch in unserer Kultur AG, die Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit bietet, verschiedene kulturelle Ausdrucksformen (wie Schreiben, Darstellen oder eben auch Spiele entwickeln) kennenzulernen, mit Unterstützung durch Lehrer selbst auszuprobieren und auch zu präsentieren oder aufzuführen. Einzelne Lehrer entwickelten auch eigene Spiele für den Unterricht, von denen eine erste demnächst in einer Fachzeitschrift für Unterricht veröffentlicht wird. Darüber hinaus wurden Unterrichtseinheiten zu bestehenden Spielen entwickelt, ausprobiert und dokumentiert. Die Unterrichtsideen sind öffentlich über die Homepage unserer Schule abrufbar: http://www.igspellenz.de/service/spielkultur/
Mit dieser Arbeit gewann das Projekt eine gewisse Dynamik, die dazu führte, dass auch weitere Ideen entstanden, neue Spiele entdeckt wurden und dank der Fördermittel auch angeschafft werden konnten. So ist im Lauf der Zeit eine Ludothek für den Unterricht im Lehrerzimmer entstanden, die sowohl in Vertretungsstunden wie auch für den normalen Fachunterricht regelmäßig genutzt wird. Die in der Schule bereits bestehende „bewegte Pause“ wurde neben den Bällen und Sportgeräten durch die Förderung um Spiele für draußen ergänzt. Diese können von den Schülerinnen und Schülern in den Pausen sowie im Nachmittagsbereich ausgeliehen und genutzt werden.

Im Laufe des ersten Projektjahres kam auch die Leiterin der Schulbibliothek auf das Projektteam zu. Die Schulbibliothek wurde auf ihre Anfrage hin zu einer Ludothek erweitert, für die wir zunächst einfache, sowie mit dem „Spiel des Jahres“ ausgezeichnete Spiele gekauft haben. Hier sind es vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler, die im Nachmittagsbereich neben den Büchern nun auch die Spiele nutzen können und darin durch die Leiterin der Bibliothek auch angeleitet werden. Darüber hinaus beginnen nun auch die beiden Schulsozialarbeiterinnen Spiele für ihre Arbeit zu nutzen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Projekt ein wichtiger Teil der Schulentwicklung im Rahmen unseres Wegs zu einer „Kulturschule“ geworden ist und über den bisherigen Projektzeitraum eine stückweise Ausweitung der daran Beteiligten mit sich gebracht hat. Die entstandene Dynamik ist dabei nach einem Jahr noch nicht zu Ende und wir freuen uns daher sehr über die Verlängerung der Projektzeit und die Möglichkeit die verbleibenden Mittel für eine gezielte Weiterentwicklung noch ein weiteres Jahr einsetzen zu können. 

Andreas Krieg
Kulturbeauftragter der IGS Pellenz

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