Trauer um Hans-Christian Winters

Unser ehemaliges Jurymitglied Hans-Christian Winters ist am 4. August im Alter von nur 63 Jahren gestorben.

Winters, der Anglistik, Germanistik und Publizistik studiert hat, begann seine journalistische Laufbahn beim Göttinger Tageblatt. Über zwölf Jahre leitete er bis 1991 das Feuilleton der Göttinger Tageszeitung. In seiner Arbeit dort machte er von Anfang an deutlich, wie wichtig ihm die Verbindung von Kultur und Spiel war.

Sehr früh eröffnete er eine regelmäßige Rubrik mit Spielerezensionen, weil ihm vor allem die Förderung des Spiels in den Familien eine Herzensangelegenheit war. Auf Winters’ Initiative wurde in dieser Zeit in Göttingen auch ein Förderverein für das Städtische Museum gegründet, zu dessen Schwerpunktarbeit Weihnachtsausstellungen mit spielerischen Themen rund um Spiele des Designers Kurt Naef und des Göttinger Geologen Reinhold Wittig gehörten.

Als das Göttinger Tageblatt das eigenständige Feuilleton aufhob, ging Winters 1991 als Redaktionsleiter zur damals zweitältesten eigenständigen deutschen Zeitung nach Wolfenbüttel. Mit der Aufgabe der Eigenständigkeit der Wolfenbütteler Zeitung, die von der Braunschweiger Zeitung übernommen wurde, wechselte Winters als Redaktionsleiter zu den Cuxhavener Nachrichten. Sowohl an der Wolfenbütteler Zeitung als auch bei den Cuxhavener Nachrichten führte er seine regelmäßigen Spielebesprechungen weiter.

Die Arbeit der Jury „Spiel des Jahres“ unterstützte Hans-Christian Winters als Mitglied von 1987 bis 1997. Engagiert setzte er sich dabei besonders für die Förderung des Kulturguts Spiel ein. Kritisch begleitete er den Strukturwandel der Jury in der 90er Jahren. Schon damals betrachtete er die enge Verflechtung zwischen Deutschem Spielearchiv und der Arbeit der Jury mit Skepsis und nahm damit Kritik vorweg, die erst nach der Jahrtausendwende zu Umstrukturierungen führte.

Dem Vater von zwei Kindern war das Spielen in seiner Familie und in seinem Freundeskreis äußerst wichtig. Urlaube waren stets mit gemeinsamen spielerischen Treffen mit Freunden verbunden. Auch die Gründung des ältesten deutschen Spieletreffs in Willingen-Usseln ist auf Hans-Christian Winters’ Initiative zurückzuführen.

Der Verein „Spiel des Jahres“ hat Hans-Christian Winters viel zu verdanken. Mit seiner Kompetenz, mit seiner Herzlichkeit, mit seinem am Menschen orientierten Engagement für das Spiel hat er über viele Jahre hinweg die deutsche Spielelandschaft geprägt. Er musste viel zu früh gehen. Wir werden ihn sehr vermissen.

Wieland Herold

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